Einführung

Ignatianische Spiritualität

 

 

Spiritualität, spirituelles Leben ...

  • ist Leben aus dem Glauben, ist die Lebendigkeit des Glaubens
  • ist die lebendige Antwort auf die Fragen: Woher, wozu, wie und wodurch lebt jemand?
  • Ist Lebensziel im Lebensstil
  • ist das Zusammenspiel von Lebensmitte und Lebensmittel
  • spielt auf der Ebene der „Früchte des Geistes bzw. Ungeistes“: Liebe, Freude, Freiheit, Wahrheit, Demut – Egoismus, Streitsucht, Unfreiheit, Neid usw.
     

 

Spirituelles Leben spielt auf verschiedenen Ebenen

  • Halt: Was ist mein letzter Halt; worauf vertraue ich im letzten, zu wem bete ich?
  • Haltung: Offenheit, Freiheit, Misstrauen, Zwanghaftigkeit, Liebe, Demut, Friede usw.
  • Verhalten: wie äußere ich mich in meinen Reden, Tun, Lassen, Mimik usw.?
  • Verhältnisse:  Wie gehe ich um mit Geld, Wohnraum, Umwelt, Gesellschaft, Politik?

 

 

Ignatianische Spiritualität...

Die ignatianische Spiritualität leitet sich von dem baskischen Adeligen Ignatius von Loyola (1491-1556) her. Durch seinen persönlichen Weg, die Gründung des Jesuitenordens (1540) und die Prägung und Förderung der Exerzitien verbreitete sich seine Spiritualität.

 

Umschreibung durch einige Leitsätze von Ignatius von Loyola

  • „Gott in allem suchen und finden“
  • „Alles zur größeren Ehre Gottes“, d.h.  Gott groß sein lassen im eigenen Leben:
  • „Den Menschen helfen“ („iuvare animas“)
  • „In allem lieben und dienen“ (in der „Betrachtung zur Erlangung der Liebe“)


 

Grundworte ignatianischer Spiritualität

 

  • „ehrfürchtige Liebe“
    Mit 53 Jahren, so schreibt Ignatius, habe er seinen Weg gefunden, den Weg der „liebevollen Ehrfurcht und ehrfürchtige Liebe“ – gegenüber Gott und der ganzen Schöpfung. Dies ist das Herz seiner Spiritualität, dies prägt seine Beziehung in allem. Gott ist für ihn zugleich „“majestas“ und „familiaritas“ – unendlich groß und ganz nahe.

 

  • „sich mitteilende Liebe“ – „Die Liebe besteht im Mitteilen/Kommunizieren von beiden Seiten“  lautet die Definition von Liebe. Kommunikation, Leben-Teilen – das ist Liebe. Die „Hingabe in allem“ ist die Grundhaltung, die noch die Unterschiede wie Arbeit und Gebet unterfängt. Sie ermöglicht auch die Haltung in der Aktion kontemplativ zu sein („contemplativa in actione“)

 

  • “unterscheidende Liebe“ – eine seltsame Wort-Kombination; nicht glühende, sondern „kluge Liebe“. Liebe, die sucht, die unterscheidet, die entscheidet und sich ausrichtet nach dem, was in Richtung von mehr Glauben, Hoffen, Lieben weist.

 

  • Übende Liebe“.  Ignatius begreift Lieben als eine „Kunst“. Diese braucht Inspiration des Herzens, Achtsamkeit, Ausprobieren, üben. Nicht umsonst heißt sein  Buch: „exercitia spiritualia“ „Geistliche Übungen“. Die Antwort auf das Angerührt-Sein durch Gott, seine „Umarmung“ (amplexus) drückt sich in der Gestaltung des Lebens aus.

 

  • „Lebens-gestaltende Liebe“  - Man soll die Liebe mehr in die Werke als in die Worte legen“ schreibt Ignatius. Damit meint er: Spiritualität, das Evangelium Jesu Christi soll nicht nur diskutiert, durchdacht, sondern gelebt werden.

 

  • „Dienende Liebe“: Die große Bitte von Ignatius lautet, „in allem lieben und dienen zu können“ (en todo amar y servir). Seine Bilder sind nicht die der Brautmystik, sondern des Dienstes, der Arbeit, der „Pro-Existenz“, d.h. des „Daseins-für“.

 

  • „Wachsende Liebe“:  Die Liebe tritt nicht auf der Stelle. Sie sucht Unendlichkeit. Sie will wachsen. „Magis“, mehr“ lautet das ignatianische Zauberwort. Das „mehr“ kann manchmal auch ein weniger“ sein, je nach Situation. „Komparativisch leben“, nicht „maximalistisch“ und „perfektionistisch“! Ignatius hat selber erfahren, dass dies tödlich sein kann; in seiner dunkelsten Zeit trug er sich mit Selbstmordgedanken.


 

Ignatianische Spiritualität – mit zwei Worten erklärt: „Liebevoller leben“ – darin steckt die Liebe, das „mehr“, das Unter/Entscheiden und die Einheit von Glauben und Leben.

 

 

Die beiden Worte „liebevoller leben“ umfassen den Kern ignatianischer Spiritualität:

  • Die Liebe ist das Lebenszentrum ignatianischer Spiritualität:
     „Die Liebe besteht im Mitteilen/Kommunizeiren von beiden Seiten.“
  • Die Liebe tritt nicht auf der Stelle, sondern geht weiter, will mehr, will wachsen, will voll-erleben. Sie ist „komparativisch“ (Hans Urs von Balthasar)
  • Die Liebe unterscheidet und fragt nach dem, was wirklich gut und jeweils besser ist für eine Beziehung. Sie ist „diskrete Liebe“, d.h. klug unterscheidende Liebe.
  • Die Liebe will gelebt werden, will Leben gestalten, will getan werden: Einheit von Glaube und Leben.


 

∞ ιχϑυς ∞


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