Geschichte

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Am Tag unserer Patronin, der Heiligen Elisabeth von Thüringen, am 19. November 1935 wurde unsere Gemeinschaft von 17 Frauen gegründet. Eine schöne und engagierte Zusammenarbeit hatte seinen Beginn genommen und eine segensreiche Wirkungsgeschichte ausgelöst.
 
Darum wurde zum 50 Jahre Jubiläum in der Festschrift über Sinn und Zweck unserer Gemeinschaft für das Heute und die Zukunft geschrieben:
 
"Ohne Gemeinschaft keine Kirche"
 
Gemeinschaft entsteht nur dadurch, dass wir uns begegnen, für andere offen sind.


Unsere Vereinspatronin

Geschichte 1

Bevor unsere ehemaligen Präsidentinnen zu Wort kommen, ein Wort zu unserer Vereinspatronin, der heiligen Elisabeth von Thüringen. Jedes Jahr, um den 19. November, gedenken wir ihr in der Elisabethen-Messe.
 
2007 waren es 800 Jahre her, seit Elisabeth von Thüringen geboren wurde. Im Bewusstsein um ihr Leben, ihr Wirken damals und heute noch, wurde vor allem in Deutschland viel Gutes geleistet. Elisabeth von Thüringen hat sich für ihre Mitmenschen eingesetzt, unabhängig von Stand und Geld.


Geschichte 2

Hunderte von Kirchen, Krankenhäuser oder Altenheime tragen Elisabeths Namen. Die Elisabethverehrung wurzelt in der langen Tradition der von Ordensschwestern und ehrenamtlichen Kräften getragenen Armen- und Krankenpflege.
 
Elisabeth, die völkerverbindende Schutzfrau!
 Wie Katharina von Siena und Edith Stein verdient Elisabeth von Thüringen den Ehrentitel Patronin Europas.
 
Unter www.800-jahre-elisabeth.de finden Sie viel Wissenwertes über unsere Vereinspatronin. Wir wünschen Ihnen spannende Leseminuten und vielleicht einen Denkansporn und Mut, selber dem Motto "zusammen - mutig und stark - fürs Leben einstehen" zu folgen.
 
Für die Frauengemeinschaft Thun war Elisabeth von Thüringen vor allem in den ersten Jahren ein grosser Ansporn, sich für die ärmeren Pfarreiangehörigen einzusetzen. In den nachfolgenden Berichten können Sie selber nachlesen, welche grosse Verdienste unsere Pionierfrauen geleistet haben.


Nachstehend kommen ehemalige Präsidentinnen zu Wort:

Anna Galeazzi

Bericht von Frau Anna Galeazzi, Mitgründerin und Präsidentin von 1935 - 1963 anlässlich des 50 Jahr-Jubiläums der Frauengemeinschaft Thun:
 
Zur Zeit der Gründung des Frauenvereins war Thun eine arme, aber weitreichende Pfarrei, finanziell unterstützt durch die Inländische Mission und den Thuner Kultusverein. Bereits bestanden mehrere Vereine, so der Katholische Volksverein, der Kirchenchor und die Jungfrauenkongregation, die alle ein blühendes Vereinsleben pflegten und in der Pfarrei sehr aktiv tätig waren. Nur wir Frauen waren nicht organisiert.
 
Frau Maria Göhner-Hoff und ich, beide vor der Verheiratung eifrige Kongreganistinnen, verspürten darum den Wunsch, auch im neuen Stand einer Gemeinschaft Gleichgesinnter anzugehören. So kamen wir auf den Gedanken, einen Frauenverein zu gründen. Wir nahmen Rücksprache mit Herrn Pfarrer Probst, der sich sogleich begeistert zeigte und uns den Weg wies, die Gründung vorzubereiten.
 
Durch persönliche Kontaktnahme im engeren Bekanntenkreis gelang es uns, 17 Frauen für den Gedanken zu interessieren, worauf wir am Elisabethentag, am 19. November 1935, zur offiziellen Gründungsversammlung zusammenkamen.
 
Alten Protokollen hatten wir entnehmen können, dass bereits ins den zwanziger Jahren für kurze Zeit ein Frauenhilfsverein bestanden, der sich jedoch nicht hatte durchsetzen können. Die Statuten dieses Vereins wurden von uns übernommen. Sinn und Zweck des neuen Vereins wurden dahin umschrieben, die religiöse Weiterbildung der Frauen zu fördern und karitative Arbeit in der Pfarrei zu leisten.
Der erste Vorstand wurde bestellt. Eigentlich gegen meinen Willen wurde ich zur Präsidentin gewählt. Der Mitgliederbeitrag wurde auf Fr. 2.- festgesetzt.
 
In der Folge fanden wir uns allmonatlich zu religiösen Vorträgen zusammen. Im Frühling darauf verliess Herr Pfarrer Probst die Pfarrei Thun. An seine Stelle trat Herr Pfarrer Duruz, dessen Mutter aktiv im Berner Frauenverein tätig war. Mit grosser Freude nahm er die Arbeit in unserer Pfarrei auf und wurde uns zu einem verständnisvollen, tiefreligiösen Präses. Er leitete die Geschicke unseres Vereins mit sicherer Hand und verstand es auch, etwaig auftretende Unstimmigkeiten zu meistern. All unseren Wünschen, Vorschlägen und Anregungen stand er immer sehr wohlwollend gegenüber.
 
In dieser Zeit gehörten noch Konolfingen, Münsingen, Blumenstein, Wattenwil und das rechte Seeufer bis Merligen zu unserer Pfarrei. Kinderreichtum, kleiner Lohn oder gar Arbeitslosigkeit waren in vielen Familien üblich.
Der Aufgaben harrten uns also viele. Unsere karitative Arbeit war darum mannigfaltig, oft auch bedrückend. Sie erforderte grossen persönlichen Einsatz und oft fehlten uns die finanziellen Mittel, war doch unsere einzige Einnahmequelle die Antoniuskasse.
Eine grosse Hilfe durfte ich aber auch durch den Schweiz. Kath. Frauenbund in Luzern erfahren, der uns immer wieder unterstützend beistand, wenn es galt, überlasteten, erholungsbedürftigen Müttern Ferien zu ermöglichen. Im Hof Gersau fanden sie gastliche Aufnahme.
 
Zur Förderung der innerpfarreilichen Gemeinschaft und zur Unterstützung kinderreicher Familien beschlossen wir, die alte Tradition der Pfarreiweihnachtsfeier neu zu beleben und zu einer Weihnachtsbescherung für alle Unterrichtskinder auszubauen. Die nötigen Mittel beschafften wir uns durch eine alljährliche Hauskollekte bei den Thuner Katholiken. Ihre Spendefreudigkeit war immer sehr erfreulich. Glücklicherweise besassen wir in unserer Frau Sauer ein begnadetes Theatertalent. Sie brachte es immer wieder fertig, mit unseren Kindern wunderschöne Weihnachtstheater aufzuführen, die bei Jung und Alt grossen Anklang fanden.
Zur Anfertigung der Geschenke fanden wir uns während des ganzen Jahres jeden Dienstagabend im Eigenheim zum Stricken zusammen, und viele Frauen fertigten auch zu Hause viel Schönes und Nützliches an. Wie viele Pullover, Socken, Schürzen, Echarpen, Hemden, Pyjamas und Nachthemden wurden so im Laufe des Jahres zusammengetragen!
 
Stellvertretend für all die vielen Helferinnen seien hier zwei hervorgehoben:
Von 1937 an war Frau Müller-Ackeret, die ehemalige Abwartsfrau vom Pestalozzischulhaus, ein besonders eifriges und unermüdliches Mitglied. Trotz ihrer 6 Kinder und der Arbeit im Schulhaus fand sie Zeit, Unzähliges zu nähen und zu stricken und sich überall nützlich zu machen.
In späteren Jahren war es Frau Berta Tiefenauer, die mir eine grosse Stütze war in der karitativen Tätigkeit. Wie manchen Gang, wie manche Fahrt hat sie im Dienste der Pfarreifürsorge gemacht.
 
Eine besondere Note brachten die Hauptversammlungen in das Vereinsjahr, die immer wieder verschönert und bereichert wurden von theater- und sangesfreudigen Frauen unseres Vereins; ebenso die alljährlichen Ausflüge, deren erster nach Spiez geführt hatte.
Ein grosser Verlust bedeutete der Tod von Herrn Pfarrer Duruz im Jahre 1953. An seine Stelle trat Herr Pfarrer Schmid, der uns seinerseits sein Bestes gab und mit uns viele und auch sehr fröhliche Stunden verbrachte.
 
Nachdem unser Verein anfänglich eine in sich geschlossene Gemeinschaft gebildet hatte, begann nach dem Krieg eine allmähliche Öffnung nach aussen. Unsere Mithilfe an Bazaren, wie auch an Aktionen der Stadt und des Roten Kreuzes, war gefragt und geschätzt. Immer mehr nahmen wir Einsitz in städtische Kommissionen und Gremien. Die Struktur des Vereins erfuhr eine grundlegende Änderung, wie dies auch aus den Berichten der nachfolgenden Präsidentinnen deutlich hervorgeht.
 
1963 legte ich mein Amt als Präsidentin nieder. Aus bescheidenen Anfängen hatte sich unser Frauenverein zu einer Institution entwickelt, die aus dem Leben der Pfarrei nicht mehr wegzudenken ist.
Wenn ich heute dankbar zurückblicken darf, gedenke ich all der vollkommen und ausschliesslich ehrenamtlich geleisteten Arbeit so vieler Frauen, mit denen mich die Geschicke zusammengeführt haben. Gedenken möchte ich aber auch all der vielen bereits verstorbenen Mitglieder, von denen viele Töchter oder Schwiegertöchter im Verein weiterleben.
Nicht zuletzt gilt mein Dank all den verständnisvollen Ehemännern, die uns immer wieder unterstützten und Hilfe leisteten.
 
Ein ganz besonderes Dankeschön aber auch meinen Nachfolgerinnen und besonders dem heutigen Vorstand, dessen umsichtige und aufrichtige Zusammenarbeit Früchte trägt in der grossen Blüte, die der Verein gegenwärtig erlebt.
 
A. Galeazzi zum Jubiläum am 3. September 1985


Hedi Wirth

Bericht von Frau Hedi Wirth, Präsidentin von 1963 - 1973 anlässlich des 50 Jahre Jubiläums im Jahre 1985:
 
An der Hauptversammlung im Jahre 1963 wurde ich an Stelle der langjährigen Präsidentin und Mitbegründerin unserer Müttergemeinschaft, Frau Galeazzi, zur Präsidentin gewählt. Nachdem ich vorher bereits als Sekretärin im Vorstand tätig war, wusste ich, was für eine Aufgabe mir wartete. Diese war nicht immer eine leichte. Die zehn Jahre möchte ich aber nicht missen, durfte ich doch dabei viele Erfahrungen für andere Aufgaben sammeln.
 
Eigentlich mit Beginn meiner Tätigkeit hatte die Müttergemeinschaft gleich ein grosses Fest vorzubereiten, galt es doch "10 Jahre Marienkirche" zu feiern. Schon immer waren unsere Frauen bereit zu helfen und so konnte ich auch diesmal auf viele Helferinnen zählen. Das finanzielle Resultat war dann auch entsprechend, war ich doch in der Lage, einen grossen Betrag zu Gunsten des Neubaus der St. Martinkirche abzuliefern.
 
Im Jahre 1964 wagten wir einen Vereinsausflug ins Ausland; für damalige Zeiten wirklich ein grosses Unterfangen. Unser Weg führte nach Frankreich an den bekannten Wallfahrtsort Ronchamp. Das war für alle Teilnehmerinnen ein grossartiges Erlebnis.
 
Für den geplanten Kirchenneubau im Westquartier wurden wiederum viele Handarbeiten angefertigt und gut verkauft.
Gleichzeitig arbeiteten wir für den vorgesehenen Spitalbasar Thun. Erstmals wurden Frauen der Pfarrei besucht, die ein Kindlein geboren haben. Ihnen wurde das Büchlein "Die Gabe" überreicht.
 
1965/66. Riesenarbeit, aber grosser Erfolg am Tierlistand für den Spitalbasar. Als grösseres Ereignis in diesen beiden Jahren können die Verhandlungen und der anschliessende Beitritt in die "Stiftung Altersheime der Stadt Thun", bewertet werden. Wir konnten zwei Delegierte bestimmen. Erstmals beteiligten wir uns am Weltgebetstag der Frauen.
 
Im Jahre 1967 traten wir in die neu gegründete Frauenzentrale Thun ein. Noch heute ist darin die jeweilige Präsidentin vertreten. Als erste grosse Aufgabe dieser Organisation sei der "Samstagsbatzen" erwähnt. Als Kassierin dieser Aktion konnte ich so jeden Montag namhafte Beträge buchen.
 
Das Jahr 1968 kann nebst der üblichen Tätigkeit eher als ruhig bezeichnet werden.
 
Ins Jahr 1969 fiel die Gründung eines Pfarreirates, in dem auch wir Einsitz nahmen. Die Hauptaufgabe für unsern Verein bestand in der Vorbereitung für das Rohbaufest, das "Kiba-Fest", in St. Martin.
 
1970 fand während über zwei Tagen das Kiba-Fest statt. Gegen 600 Helferinnen und Helfer standen im Einsatz und verhalfen zu gesellschaftlichem und finanziellem Erfolg.
Es war für mich als Präsidentin ein eindrückliches Erlebnis zu erfahren, wie viel in gemeinsamer Zusammenarbeit erzielt werden kann. Im November fand erstmals der Einkehrtag des kantonalen bernischen Frauenbundes in Thun statt.
 
1971/72 ruhigere Jahre für unser Vereinsleben.
 
Viele fröhliche und gemütliche Stunden im Kreise der Müttergemeinschaft, aber auch besinnliche bei gemeinsamen Gebetsstunden oder Wallfahrten, wie auch traurige Augenblicke am Grabe eines lieben Mitgliedes haben mich während den zehn Jahren Präsidium doch irgendwie geprägt. Deshalb betrachte ich diese Zeit für mich als etwas überaus Wertvolles.
 
H. Wirth zum Jubiläum am 3. September 1985


Bericht von Frau Maria Bisig (whft. in Einsiedeln) Präsidentin von 1973 - 1978 anlässlich des 50 Jahr Jubiläums im 1985:
 
50 Jahre Frauen- und Müttergemeinschaft. So darf sie also ihre Halbjahrhundert-Feier begehen, wozu ich ihr ganz herzlich gratuliere. Ursprünglich nannte sie sich "Frauenverein". Der Name Frauen- und Müttergemeinschaft FMG wurde gewählt in Angleichung an die Schweizerische Frauen- und Müttergemeinschaft und ich meine, der Name beinhalte das, was wir wünschen: Gemeinschaft, Zu-Jemand-gehören, statt Alleingang.
 
Durch verschiedene Kurse durfte die FMG viele junge Frauen in ihre Reihen aufnehmen, die neue, interessante Impulse brachten.
 
Das Jubiläum der Frauen- und Müttergemeinschaft ist die Brücke für die weitere Wegstrecke zum 100. Geburtstag, einer Wegstrecke, die Unbekannten begegnen kann. Doch bekannt sind die Zielrichtungen: Die Heiligung der eigenen Seele, der Dienst in der Pfarrei und an den betagten Mitmenschen; Ziele; die heute wie ehedem im Leben einer Frau und Mutter ihre Bedeutung haben und des Segens von oben sicher sein dürfen.
 
Wenn ich zurückdenke an die Zeit, wo ich aktiv mitarbeiten durfte, gibt es Wegzeichen, für die ich noch heute dankbar bin, weil ich sie als Segen Gottes erfahren habe.
 
Da ist die Gruppe "Simmeli" für Riggisberg, die sich der vielen Kranken im dortigen Pflegeheim annimmt, eine Gruppe, die Bestandteil wurde im Heim und Kranken sowie behinderten Mitmenschen viel Liebe und Verständnis entgegenbringt.
 
Durch die Frauen- und Müttergemeinschaft wurde ich in die Frauenzentrale Thun delegiert. Dort durfte ich ganz positive Erfahrungen machen in der Zusammenarbeit mit Frauen anderer Glaubensbekenntnisse. Ich durfte ein Angenommensein spüren, das ich nie vergessen werde.
Ganz anderer Art waren dort die Möglichkeiten des Einsatzes, die oft Durchhaltewillen erforderten, wie z.B. die Einführung der Aufgabenhilfe, welche trotz anfänglichem Widerstand festen Boden gewann. So gab es manches, das man beratend mit gestalten durfte.
Junge Frauen möchte ich sehr ermuntern, ja zu sagen, wenn sie für ein Engagement in dieser Art gebeten werden.
 
Ich wünsche der Frauen- und Müttergemeinschaft alles Gute, Gottes Segen auf dem weitern Weg und danke allen, die sie frohgemut weiter tragen.
 
M. Bisig zum Jubiläum am 3. September 1985


Irma Burri

Bericht von Frau Irma Burri,Präsidentin von 1978 - 1980 anlässlich des 50 Jahr-Jubiläums im 1985:
 
1978 war es der vorgesehenen Präsidentin, Frau Rosa Herzog, infolge eines Unfalles nicht möglich, das Amt zu übernehmen.
 
Als damalige Pfarreisekretärin bin ich eingesprungen. Dank der guten Zusammenarbeit des Vorstandes wurde ich in die Lage versetzt, das Vereinsschifflein bis 1980 weiterzuleiten, bis die wiedergenesene Frau Rosa Herzog das Steuer übernahm.
 
I. Burri zum Jubiläum am 3. September 1985


Rosa Herzog

Bericht von Frau Rosa Herzog, Präsidentin von 1980 - 1989 anlässlich des 50 Jahr Jubiläums im 1985:
 
Im Frühjahr 1980 wurde ich an der Hauptversammlung zur fünften Präsidentin gewählt. Damit habe ich eine Aufgabe übernommen, die mir einerseits viel Freude, andererseits zusätzlich neue Aufgaben und Verantwortung gebracht hat.
 
Ich habe eine Frauen- und Müttergemeinschaft übernommen, mit 206 Aktiv-Mitgliedern, mit dem ernsten Vorsatz diese stattliche grosse Gemeinschaft von Frauen jeder Altersstufe - zählt doch das jüngste Mitglied 22 und das Aelteste 80 Jahre - mit ihren vielfältigen Lebensauffassungen zum Wohle unserer grossen Gemeinde im Sinne christlicher Gemeinschaft zu führen.
 
Wie meine Vorgängerinnen möchte ich etwas zurückdenken in meine Präsidialjahre und nur einige Schwerpunkte in Erinnerung rufen.
 
1980. Regelmässig, mit Ausnahmen der Sommerferien, treffen sich die Mitglieder zu ihren monatlichen Veranstaltungen. Diese Zusammenkünfte finden in jedem Tätigkeitsjahr, gemäss besonderem Jahresprogramm, statt. Im September hat uns der Frauenverein Nunningen besucht mit ihrem Präses Pfarrer Heinrich Schmied, vielen bekannt als Vikar in unserer Marienkirche. An der Adventsfeier wurde unter der Leitung von Herrn Kurt Leuenberger, Singlehrer Sek Progymatte mit 260 Schülern "D'Zäller Wiehnacht" aufgeführt.
 
Es ist für eine Präsidentin wichtig und es gehört zu ihren Aufgaben, Kontakte mit kantonalen und schweizerischen Gremien zu pflegen. Ein gutes Einvernehmen und gute Zusammenarbeit herrschen auch mit der Frauenzentrale Thun und mit Frauenvereinen anderer Konfessionen.
 
1981. An der Frühjahrs-Hauptversammlung habe ich meinen ersten Jahresbericht verlesen. Bei dieser Gelegenheit kam mir so recht zum Bewusstsein, dass unsere Frauen- und Müttergemeinschaft mit ihrer aktiven Tätigkeit, mit dem persönlichen Einsatz aller Mitglieder, einen wesentlichen Pfeiler in der kirchlichen Gemeinschaft darstellt.
 
Die Handarbeitsgruppe hat sich auf 25 Frauen erweitert. Durch diese Gruppe ist es möglich, mit Verkäufen und Basars die finanziellen Mittel zu beschaffen, um dort Unterstützung zu geben, wo Hilfe am Nötigsten ist.
 
25-jähriges Priesterjubiläum von Pater Bögli. Seine Vorträge und Predigten aus der Mission haben in unserer Gemeinschaft die Wirkung nicht verfehlt. Es war uns möglich, Sachen zum täglichen Gebrauch in 25 Paketen zu je 5 Kilogramm nach Angola zu überweisen. Zur Anschaffung eines Wandschmuckes in der Martinskirche konnten wir aus dem Erlös eines Basars Fr. 6'000 beisteuern.
 
Nebst einer Wallfahrt nach Einsiedeln durch die Frauen- und Müttergemeinschaften der Diözese fand im November der jährlich stattfindende Einkehrtag statt.
1982. 70-jähriges Jubiläum des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes in Einsiedeln. Gegründet 1912, sind heute diesem Dachverband mehr als 250'000 Frauen angeschlossen. Auch wir gehören dazu.
 
Vor 25 Jahren wurde das Elisabethen-Opfer gegründet mit dem Zweck, mit Spenden der katholischen Schweizerfrauen mitzuhelfen, den Hunger in der Dritten Welt zu bekämpfen und einzelne Fälle der Not zu lindern.
 
"Was macht der Alltag aus mir? Was mache ich aus dem Alltag? " Über dieses Thema hat Frau Lotti Brun vom Schwarzenberg zu uns gesprochen. Der oberländische Besinnungstag fand in St. Marien statt. Gestaltung durch Sr. Raphaela Gasser, Dominikanerschwester aus Ilanz.
 
Gründung eines Kantonal-Vorstandes mit einer Thuner Vertretung. Mitbegründung des Tagesheims Thun. Aufgenommen werden Kinder berufstätiger Eltern, insbesondere alleinstehender Frauen. Ausflug nach der Blumen-Insel Mainau und Stein a. Rhein.
 
1983. Allgemeine Feststellung; die monatlichen Veranstaltungen werden recht gut besucht.
 
Der gemeinsame Basar mit der Frauenzentrale zugunsten des Betagtenzentrums Martinstrasse ergab aus dem Verkauf an unserm Stand den Betrag von Fr. 7'850.- Zugunsten der Flüchtlinge in der Schweiz wurde gemeinsam mit Frauen anderer Konfessionen gebacken und verkauft.
 
Das 30. Kirchweihfest von St. Marien stand unter dem Patronat der Frauen- und Müttergemeinschaft. Es war zugleich der Willkommenstag von Pastoralassistenten Markus Haas.
 
1984. Einsatz für die Dritte Welt. Gleichzeitig mit dem Martinsfest wurde ein Basar zugunsten eines Wohnprojektes in Shatinagar/Südindien durchgeführt. Zum Erwerb eines Häuschens durften wir aus dem Verkauf von Handarbeiten den Betrag von Fr. 4'200 beisteuern.
 
Erfreulich und gut besucht war der Vortrag: "Sterbehilfe aus ärztlicher Sicht". Wer hätte uns, von unserer Konfession her gesehen, besser und verständnisvoller aufklären können als Herr P.D. Dr. med. Renato Galeazzi, Inselspital, Bern.
 
Ein kultureller Ausflug führte uns zum Schloss Sonnenberg und in die Kartause Ittingen.
 
Die Beschlussfassung über den Ausbau des Kirchlichen Zentrums Marienkirche hat uns sehr gefreut. Hoffen wir, dass damit neue Impulse und neuer Auftrieb im kirchlichen Leben erblühen werden.
 
Das sind nur einige Brosamen aus unserer Vereinstätigkeit, wenig habe ich über die karitativen Aufgaben erzählt. Sie sind nach wie vor Hauptziel unserer Frauen- und Müttergemeinschaft. Nebst all diesen Aufgaben durfte aber das religiöse Leben nicht vernachlässigt werden; waren es die Maiandacht, die Adventsfeier oder religiöse Vorträge, immer nahmen wir uns die Zeit, dem Herrgott Ehre zu erweisen.
 
Um unser Schifflein durch Wind und Wogen führen zu können, bedarf es jährlich acht bis zehn Vorstandsitzungen. Unsere Frauen sind vertreten und leisten Arbeit in Kommissionen und Ämtern der Kirchgemeinde. Sie sind aber auch vertreten in der Frauenzentrale und in andern überkonfessionellen Gremien. Sie helfen mit bei Gemeindeanlässen, bei wohltätigen Aktionen in den Pfarreien. Gemeinsam mit den Pfarrherren beider Kirchen werden auch die Betagten betreut. In einem ausgewogenen Jahresprogramm wird versucht, auch ihnen in monatlichen Veranstaltungen Besinnliches und Fröhliches zu bieten.
 
Der Vorstand der Frauen- und Müttergemeinschaft ist sozusagen "nahtlos" das ganze Jahr im Einsatz!
 
1985. Jubiläumsjahr. 50 Jahre Katholische Frauen- und Müttergemeinschaft Thun. Die Gemeinschaft zählt heute 307 Aktiv-Mitglieder. Die Jubiläumsfeierlichkeiten sind auf den 3. September angesetzt. Die Vorbereitungen sind gut angelaufen.
 
Die weitere Gemeinschafts-Tätigkeit erfolgt gemäss Jahresprogramm.
 
R. Herzog zum Jubiläum am 3. September 1985


Elisabeth Sauer

Bericht von Frau Elisabeth Sauer, Mitgründerin und Aktuarin von 1935 - 1943 anlässlich des 50 Jahre Jubiläum im 1985:
 
Es war zu winterlicher Zeit - man schrieb den 19. November 1935, den Namenstag der heiligen Elisabeth-, als sich 17 Frauen zusammenfanden, um den Katholischen Frauenverein Thun zu gründen. Es war tatsächlich ein kleines Grüpplein, doch die Saat fiel in gutes Erdreich.
Zu dieser Zeit stand die Pfarrei immer noch in den Anfängen; eine Kapelle als Gotteshaus mit Eigenheim war alles, was ihr diente.
 
Wo sind die Frauen von damals? So viele weilen nicht mehr unter uns, sind heimgegangen zur ewigen Heimat oder sind weggezogen. Dass zwei aber noch unter uns sind, sei hier, dankend an Gott, erwähnt. Es sind Frau Anna Galeazzi und die Schreibende. An dieser Stelle sei vor allem Frau Galeazzi für ihre grosse und aufopfernde Arbeit durch so viele Jahre hindurch herzlich gedankt. Ein besonderes Kränzlein gebührt ihr im karitativen Bereich.
 
Nun sind wir im Jahre 1985, im goldenen Jubiläumsjahr: 50 Jahre Katholische Frauen- und Müttergemeinschaft Thun. Zu diesem Anlass habe ich von der Präsidentin den Auftrag erhalten, eine Chronik zusammenzustellen mit allen markanten Geschehnissen. Da ich schon im 84. Lebensjahr stehe, machte mir dieser Auftrag schön etwas Herzklopfen. Aber recht gerne will ich diesen Auftrag in die Hand nehmen. Mit meinem bescheidenen Wissen und Können muss ich mich auf Jahresberichte und Protokolle stützen. Ich schreibe meine Gedanken in ein besonderes Heft, in das Interessenten zu jeder Zeit Einblick nehmen können. Dabei bin ich mir bewusst, dass meinem Bericht Mängel und Lücken anhaften und so bitte ich besonders die jüngere Generation um etwas Nachsicht. Ich hoffe, dass die entstehende Festschrift allen Freunden und Gönnern der Frauen- und Müttergemeinschaft zum Ansporn werde im Geiste der Vereinspatronin, der heiligen Elisabeth.
 
Liebe Frauen und Mütter, so schreitet nun hinein in die zweite Hälfte des Jahrhunderts. Durch den sprunghaften Fortschritt von Wissenschaft und Technik, das schreckhafte Geschehen in der ganzen Welt, treten Anforderungen und Aufgaben an die heutigen Frauen heran, die wir bei der Gründung noch gar nicht kannten. Aber eure Tätigkeit im Dienste des Menschen, am Kranken, in der Caritas gehe einher mit den Heilandsworten: Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan, das habt ihr mir getan. Daraus erwachse eurer Gemeinschaft Gottes reichster Segen, weiterhin Blühen und Gedeihen.
 
E. Sauer zum Jubiläum am 3. September 1985


Yolanda Meyer

Bericht von Frau Yolanda Meyer-Uhr, Präsidentin von 1989 - 1995:
 
Nach einem Jahr als Mitglied der Frauen- und Müttergemeinschaft wurde ich bereits in den Vorstand gewählt. Ein Jahr später wurde ich Vize- und ein weiteres Jahr später zur Präsidentin gewählt.
So erlebte ich spannende, vielseitige und vernetzte Jahre.
Wir erfuhren viel Unterstützung durch den Schweizerischen Katholischen Frauenbund, dem Kantonalen Frauenbund und dem Ausbildungszentrum Schwarzenberg. Verbunden waren wir auch mit den andern Frauenvereinen, der Kirche und den öffentlichen Gremien.
Viele grosse Sozialwerke wurden realisiert.
 
Die letzte Sammlung für den Raum der Stille im Spital Thun wurde durchgeführt.
Das Betagtenheim Schönegg war in Planung. 1989 wurde der Grundstein gelegt und im Jahr 1990 erfolgte die Eröffnung. Die Frauen- und Müttergemeinschaft spendete den 30'000 Franken teuren Kachelofen. Welch grosse Herausforderung; doch gemeinsam schafften wir es. Als ganz persönliches Geschenk verfertigten wir einen grossen Wandbehang. Unter der Anleitung von Anna Rüegg entstand ein schöner Wandteppich in Patchwork-Technik.
Zur gleichen Zeit baute die Frauenzentrale das Altersheim "Gutknecht Stiftung" am Postgässli Thun. Da wir auch Mitglied der Frauenzentrale waren, erwartete man von uns einmal mehr einen grösseren Einsatz. Diesen Dienst leisteten wir gerne, da ja das Betagtenheim Schönegg vor der Vollendung stand.
 
Schon bald folgte der Erweiterungsbau St. Marien.
Für die 100 Jahr-Feier der Pfarrei St. Marien nähten wir, diesmal unter Anleitung von Vreni Huber, einen wunderschönen Wandbehang. Dieses Kunstwerk kann heute noch in der Kappelle besichtigt werden. Das Werk strahlt die Gefühle der Frauen aus.
Ueberall waren wir mit Begeisterung dabei, zumal dies einen guten Geist in die Gemeinschaft brachte.
 
Woher kamen wohl die Gelder, um all diese Werke zu unterstützen?
Einen grossen Beitrag erhielten wir von den Lismifrauen der Frauengemeinschaft, unter der Leitung von Lotti Stöckli.
Zweimal im Jahr fand ein Verkauf im Bälliz statt. Keine Adventsfeier, kein Fest, kein Basar ohne Handarbeitsverkauf. Auch das Kerzenziehen im Dezember brachte immer einen schönen Batzen. Eine grosse Hilfe war der Keramikverkauf. Die grosse Unterstützerin des Frauenvereins, Bert Wiederkehr, vermittelte uns von einer anonymen Spenderin, die ihre Werkstatt auflöste, die ganzen Kunstwerke. Ein richtiger Segen Gottes!
Besonders viel Geld brachten immer die Basare. Neben Handarbeiten verkauften wir Selbstgebasteltes, Selbstgebackenes, Bücher und Flohmarktartikel etc.
Jedes Jahr fand auch das grosse Morgenessen zu Gunsten dieser Werke statt.
 
Viele Male benutzten wir unsern "Fotorahmen". Es war jedesmal eine willkommene, lustige Abwechslung mit viel Gelächter. Portraitaufnahmen lockten jeweils viele Zuschauer an und bereiteten allen Spass. Allein die Wahl des passenden Hutes war ein Gaudi.
Viel Einsatz, Organisation, Ideen und Lebensfreude brauchte es, um das alles zu erreichen.
 
Nach einigen Jahren im Amt, meinte ich einmal, "ich bin ständig am Geld suchen."
Dabei halfen die 370 Mitglieder des Frauen- und Müttervereins eifrig mit.
 
Neben diesen Aktivitäten durfte das Vereinsleben nicht zu kurz kommen. Jeden Monat organisierten wir eine Veranstaltung neben dem Kursangebot.
In guter Erinnerung bleiben mir folgende Kurse: Lebensschulung mit Marty Voser , Daisy Wenzinger, Peter Spinatsch.
Weitere Kurse wie Selbstverteidigung, Kosmetik, Farben und ihre Wirkung, Redekurs, Malen, Karten gestalten, Feng Shui, etc. wurden angeboten. Der Krippenfigurenkurs fand jährlich im Advent statt.
 
Zum Jahresprogramm gehörten Maiandacht, Ausflüge, Elisabethenmessen, Adventsfeiern, Fabrikbesichtigungen. Ebenso erfreuten wir uns an fröhlichen Anlässen, Konzerten, Serenaden, am Kegeln und Jassen etc.
Die Senioren wurden jeden Monat zu einem Treffen mit Programm und Zvieri eingeladen.
 
Mit unseren Angeboten konnten wir junge Frauen ungenügend ansprechen. So gelangte ich an Bernadette Inauen, die darauf die Gruppe junger Frauen ins Leben rief. Sie gestalteten entsprechend ihrer Situation ein eigenes Programm. Sie waren die Ersten, die mit den Kindern einen Fastnachtsumzug durchs "Städtli", zur Freude aller, durchführten. Was heute daraus entstanden ist, siehe unter Thuner Fasnacht.
Viel Arbeit wurde auch von den Frauen in den Betagtenheimen, wie auch in der Sünneligruppe in Riggisberg, erbracht.
 
Das zweite Vatikanum ging nicht spurlos an den Frauen vorbei. Die Frauen wehrten sich gegen das "Nur Dienen". Gottesdienste können wir doch auch gestalten. Mit viel Mut, Ausdauer und Einsatz erreichten wir vieles. Der Weg ist das Ziel. Die Vorständeschulung half uns sehr mit ihrer Unterstützung.
Aus dem Katholischen Frauen- und Mütterverein Thun wurde die Frauengemeinschaft Thun.
 
Es gab auch traurige Momente. So mussten wir im Frühjahr 1992 von unserer Gründerin, Anna Galeazzi, Abschied nehmen. Ebenso verstarben in meiner Amtszeit die langjährige, sehr aktive Präsidentin Rösly Herzog und die ehemalige Präsidentin Irma Burri. Zum Abschiedsschmerz gesellte sich jedes Mal tiefe Dankbarkeit.
Der Schweizerische und der Kantonale Frauenbund und vor allem die Frauengemeinschaft Thun bedeuten für mich eine grosse, befriedigende Bereicherung meines Lebens. In Dankbarkeit denke ich daran zurück.
 
Yolanda Meier, im Dezember 2007


Maria Staehli

Bericht von Frau Maria Stähli-Greber, Präsidentin von 1995 - 2005:
 
Nach 5 Jahren Vorstandsarbeit übernahm ich am 7. März 1995 die Führung der Kath. Frauengemeinschaft. Für das erste Jahr hatte ich nebst meinen Vorstandskolleginnen noch die Mithilfe meiner Vorgängerin Yolanda Meier.
 
Der Verein zählte zu dieser Zeit ca. 340 Frauen.
Wir hatten verschiedene Gruppierungen wie Seniorengruppe, Gruppe junger Frauen, Lismigruppe, Sünneligruppe Riggisberg und die Besuchergruppe.
 
Im selben Jahr feierten wir im Mai 60 Jahre Frauenverein.
 
In diesem Jahr bekam die Marienkirche die erste Gemeindeleiterin, Frau Pia Gadenz. Mit ihr feierten wir viele Frauengottesdienste, Maiandachten und Adventsfeiern.
Sehr gefragt waren all die Jahre die verschiedenen Betriebsbesichtigungen, die alljährlichen ganztägigen Ausflüge, die uns die Schönheiten der Schweiz näher brachten. Viele Kurse wurden angeboten, so auch Computerkurse für Anfängerinnen.
Wurde es Herbst, fanden wir uns zum Kerzenziehen zusammen. Doch mussten wir im Jahre 2000 mit diesem schönen Brauch aufhören, liess doch die Beteiligung zu wünschen übrig, und der Aufwand wurde uns einfach zu gross.
 
Im selben Jahr löste sich die Gruppe junger Frauen auf.
 
Im November 2001 wurde 34 Jahre nach ihrer Gründung die Frauenzentrale Thun (Dachorganisation der Thuner Frauenvereine) aufgelöst. Es wurde immer schwieriger Vorstandsfrauen zu finden, und zudem schien es auch nicht mehr unbedingt ein Bedürfnis zu sein.
 
Zwei Jahre später kam das Aus für die Lismigruppe. Die Handarbeitsgruppe wurde immer kleiner, und als Lotti Stöckli die langjährige Leiterin demissionierte, wurde keine Nachfolgerin mehr gefunden.
In all den Jahren wurden viele wunderbare Stricksachen angefertigt und grosse Geldspenden für gemeinnützige Zwecke eingesetzt.
 
Obschon uns das Aufheben der Gruppierungen schmerzte, liessen wir uns nicht entmutigen, und wir versuchten uns immer wieder positiv zu Gunsten des Frauenvereins, der jeweiligen Zeit anzupassen.
 
Im Juni 2001 durften wir in der Marienkirche an der Primiz eines jungen Vikars teilnehmen, im selben Jahr wurde Pfarrer Alois Stammler in der Martinskirche verabschiedet. Neu kam für ihn Pfarrer Franz Scherer in die Pfarrei St. Martin.
 
Von 1995 bis 2005 wurde der Mitgliederbeitrag zweimal angehoben, so sind wir nun bei einem Jahresbeitrag von 20 Franken.
Im Lauf der Zeit gab es leider einen Rückgang der Mitglieder. Viele betagte Frauen, zum Teil über Jahre hinweg aktiv und unserem Verein sehr verbunden, starben. Es gab Wegzüge und jüngeren Frauen fehlte die Zeit oder auch das nötige Interesse, an unserem Vereinsleben teilzunehmen.
 
Am 1.März 2005 feierten wir 70 Jahre Frauengemeinschaft. Etwas wehmütig leitete ich meine letzte Hauptversammlung. Doch war ich dankbar und glücklich den Verein in andere Hände zu übergeben.
 
Die 10 Jahre waren für mich sehr bereichernd, wenn sie mir auch hie und da etwas Schlaf raubten. Ich lernte viel Neues, hatte viele gute Begegnungen mit andern Frauen und die Arbeit im Vorstand war meist positiv. Ich möchte diese Zeit nicht missen.
 
Ich wünsche der Frauengemeinschaft, dass sie sich immer wieder den neuen Herausforderungen und Bedürfnissen anpassen kann, und so ihren wichtigen Platz in der katholischen Kirche behalten kann.
 
Maria Stähli, im Dezember 2007


Karin Vonesch

Bericht von Karin Vonesch, Präsidentin 2006-2008:
 
Die Bekanntgabe der unumstösslichen Demission meiner Vorgängerin, Maria Stähli, ein Jahr vor ihrer letzten HV, ohne dass eine Nachfolgerin in Sicht gewesen wäre, hat mich zutiefst berührt. Könnte es sein, dass nun ein grösseres Engagement meinerseits für die FG gefragt ist? Diese Frage beschäftigte mich nun fast pausenlos. Ca. 25 Jahre Mitgliedschaft in der FG (und vor allem meine aktive Zeit als Spielgruppenmitglied und Leiterin von vielen Mutter- und Kindturngruppen über insgesamt 15 Jahre hinweg in St. Martin und St. Marien unter dem einmaligen "mütterlichen" Beistand der damaligen Präsidentin Rosa Herzog) haben mir so viel Schönes und Gutes beschert, dass es für mich nicht nur eine Verpflichtung, sondern auch eine Freude war, dem Verein etwas zurückgeben zu können und mich für das Präsidium zur Verfügung zu stellen. In Monika Freund fand ich eine kompetente, junge und liebevolle Familienfrau, die bereit war, mich tatkräftig zu unterstützen. Zu Zweit fanden wir uns stark genug für die Uebernahme des Präsidentinnenamtes. An der HV 2005 wurden wir als Co-Präsidentinnen gewählt.
 
Voll Motivation, Tatendrang und neuer Ideen traten wir unser Amt an. Es galt zunächst, uns mit dem Vorstand (7 Frauen), den Verantwortlichen von Untergruppierungen, dem KFB, SKF und anderen Mitgliedschaften der FG vertraut zu machen, da wir beide nicht aus dem Vorstand herausgewachsen sind. Die Aufgabenteilung im Co-Präsidium festlegen, Ziele setzen, nebst dem Durchführen eines reich befrachteten Jahresprogramms (1 Anlass pro Monat!) forderten uns heraus. In sehr guter Erinnerung bleiben mir die vielen guten Gespräche, Spaziergänge, Nachtessen und ersten offiziellen Sitzungen, die uns gegenseitig nahe brachten.
 
Umso mehr schmerzte die Tatsache, dass wir, kaum eingearbeitet, die Demission von gleich 3 zum Teil langjährigen und sehr geschätzten Vorstandsmitgliedern nach nur einem Jahr Zusammenarbeit auf die HV 2006 entgegen nehmen mussten. (Vreni Aebi: Senioren, Therese Nydegger: Protokollführerin, Reiseorganisatorin und allgemeine Helferin, Marlies Huber: Anlässe). Trotz intensiven Bemühungen konnten wir keine Frauen gewinnen, die bereit waren, ein freigewordenes Amt zu übernehmen. Diese Situation zwang uns Verbleibende, das künftige Jahresprogramm rigoros zu kürzen bis auf die gerne und gut besuchten liturgischen Anlässe wie Maiandacht, Adventsfeier, Elisabethenmessen und die wöchentlichen Frauengottesdienste in St. Martin und St. Marien. Zusätzlich konnten wir die jährliche Vereinsreise und Betriebsbesichtigung im Jahresprogramm belassen. Viel Kopfzerbrechen gab uns die Neugestaltung der Vereinsstruktur, die sich wegen Mitarbeiterinnenmangel aufdrängte. Der Vorstand konnte mit der Bildung von selbständigen Ressorts stark entlastet werden. (Präsidium/ Koordinatorin, Wirtschaft, Liturgie, Soziales, Senioren, Kassa, Dekoration, Ausflug/Betriebsbesichtigung, Delegierte Mitgliedschaften, Protokoll/Pfarrblatt, Präses) Unsere Freude war gross, dass wir für fast alle Bereiche Verantwortliche finden konnten.
 
Kurz nach unserer ersten Hauptversammlung legte, für alle völlig überraschend, Monika Freund, Co-Präsidentin, wegen Ueberbelastung ihr Amt per sofort nieder. Mit ihr verlor das Führungsteam unglaublich viel. Dies tat allen sehr weh. Der Vorstand schrumpfte damit innert kürzester Zeit von 7 auf 3 Frauen. Innerhalb einer so kurzen Zeit veränderte und verschärfte sich die Situation der Vereinsführung beträchtlich. Wie weiter? Können die Kernaufgaben des Vereins so noch wahrgenommen werden? Ist ein Verein mit nur 3 Vorstandsmitgliedern überhaupt noch rechtsgültig? Hat der Verein rechtsgültige Statuten? Wie können erfolgreich neue Helferinnen gefunden werden? Vereinsauflösung? Fragen um Fragen, die uns verbleibenden Vorstandsfrauen manch schlaflose Stunden gebracht haben und in Spannung hielten.
 
Der Verein darf auf keinen Fall sterben war der Grundtenor allüberall, doch gleichzeitig konnten wir keine Frauen finden, die bereit waren, neu im Vorstand Verantwortung zu übernehmen. Nach einem für mich langen und schwierigen Entscheidungsprozess habe ich mich entschlossen, mich an der HV 2007 für 1 Jahr als nun Präsidentin wählen zu lassen, um den Fortbestand der mir so nahe am Herz gelegenen FG garantieren und Zeit für die Suche nach einer neuen Präsidentin und weiteren Vorstandsfrauen gewinnen zu können. Es wollte mir einfach nicht in den Kopf, dass ein Verein mit ca. 250 Mitgliedern, mit einem beachtlichen Vereinsvermögen, einer idealen Infrastruktur (Räumlichkeiten, Pfarrblatt etc.) und einer tiefen Einbettung in zwei Pfarreien keinen Weiterbestand haben soll, dass wir Frauen mit unseren Anliegen von heute, hier und weltweit, eine offizielle Stimme verlieren sollen.
 
Die 3 verbleibenden Vorstandsfrauen konnten, dank den selbständig und hingebungsvoll arbeitenden Ressortleiterinnen, das Vereinsschifflein weiterhin auf Kurs halten und die laufend anfallenden Grundarbeiten, bewältigen. Unvergesslich bleiben sicher vielen Mitgliedern die in den vergangenen 3 Jahren meiner Amtszeit stattgefundenen, besinnlichen und Gemeinschaft stärkenden, oben erwähnten, liturgischen Anlässe, die Vereinsreisen nach St.Urban, zu den Wetterfröschen im Muotatal und zu verschiedenen "Kraftorten" im Berner Jura, die Besichtigung der Firma Zweifel Pommes Chips in Spreitenbach, der Zentralwäscherei in Bern und der Firma Batrec in Wimmis. Auch die Fronleichnamsausflüge (Kippel im Lötschental, Lungern), die abwechslungsweise von den Spiezer, Frutiger und Thuner Frauen für alle 3 Vereine zusammen organisiert werden, konnten weiterhin stattfinden. An einigen Anlässen durften wir zu unserer Freude auch Nichtmitglieder begrüssen! Leider fühlten sich selten und nur ganz vereinzelt Mitglieder von den professionellen, interessanten und abwechslungsreichen Angeboten des KFB/SKF angesprochen.
 
"Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!" Dieses Sprichwort ist bezeichnend für die Zeit meines 3jährigen Engagements für die FG. Fähigkeiten wie Flexibilität, die Kunst des Loslassens und Durchhaltewillen wurden tüchtig auf die Probe gestellt. Viel Zeit und Kraft ging in die Organisation des Vereins und in die Lösung interner Probleme. Viele anfänglich voll Enthusiasmus gemachten Projekte sind deshalb bereits im Keime erstickt und vieles steht immer noch an und wartet auf eine gute Lösung (Ueberalterung, eine neue, der Zeit angepasste Ausrichtung des Vereins, etc.). Es war immer meine echte Absicht und mein grösstes Anliegen, das Wenige, das ich in dieser turbulenten Zeit für die FG tun konnte, mit viel Liebe, Güte und Herzenswärme im Sinne einer aktiven und wahren Frauengemeinschaft, die ihren Namen verdient, zu tun. Wenn dies da oder dort zum Durchscheinen kam, hat sich mein Einsatz gelohnt. Ganz herzlichen Dank an alle, die mich in diesen schwierigen Jahren liebevoll unterstützt haben.
 
Wie wunderbar für den Verein, dass ich an der HV 2008 mein Amt an Beatrice Zimmermann-Suter und Marie-Louise Imadjane als Co-Präsidentinnen geben konnte und sich Anita Berger neu in den Vorstand wählen liess. Das neue, junge, nun wieder 5-köpfige Führungsteam hat damit wieder mehr Freiraum, nach aussen wirken zu können und bringt so neue Hoffnung für den Verein. Ich wünsche den mutigen Frauen, viel Kraft, einen langen Atem und vor allem viel Unterstützung und Verständnis seitens der Mitglieder, der beiden Pfarreien, des Dachverbandes und ihrer Familien, damit sie viele ihrer Ideen für das Wohl der Frauen freudvoll, erfolgreich und mit Gottes reichem Segen umsetzen können. Viel Glück!
 
Karin Vonesch, Ende Februar 2008


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