Firmung in St. Martin 24. und 25. Mai 2008
Das Bangen um das Wetter war etwa so wie mit der Aufregung der Firmlinge. Dann war es mit Sonne und Wolken relativ warm und bei den Firmlingen und ihren Angehörigen legte sich Aufregung und Anspannung und die Stimmung war heiter und froh.
"Kämpfe um das, was dir wichtig ist" So lautete der von den Firmlingen selbstgewählte Leitspruch während ihres Firmjahres. Als unsere vier Glocken im Kirchturm zu läuten begannen, hatten die Firmlinge bereits den Fototermin hinter sich und die letzten Besucherinnen und Besucher nahmen in der vollen Kirche Platz. Das Leichtgewicht unter den Glocken, die Martinsglocke, trägt übrigens die Inschrift: "WAS IHR DEM GERINGSTEN GETAN, HABT IHR MIR GETAN".
Der Ablauf des feierlichen Gottesdienstes sah gewöhnlich aus: Einzug der Firmlinge - Begrüssungen - Predigt - Firmung - Eucharistie - Kommunion - Dankeschön - Auszug. Aber was in beiden Feiern geschah, war schon sehr speziell. Umrahmt und verschönert wurde die Firmfeier mit passenden Liedern der Hootchers und moderner Musik der Da Capos.
Von der ganzen Feier seien hier bloss zwei Höhepunkte hervorgehoben, nämlich die Firmung "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist" und, wie in jeder heiligen Messe, die Eucharistie. Firmspender war wie schon im vergangenen Jahr Bischofsvikar Arno Stadelmann. Er erinnerte erstens an Niklaus von der Flüh, der für den Frieden kämpfte, und zweitens in Anlehnung an die Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus "zu laufen, um den unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen". Als dritten Punkt nannte er das "grosse und wichtige Gebot der Liebe".
Doch wenden wir uns für einen kurzen Moment dem Leitspruch "Kämpfe um das, was dir wichtig ist" zu. Ich weiss, dass dieser Leitspruch ein Schwergewicht ist. Er fordert uns heraus. Ohne Gewissensbisse aufkommen zu lassen, darf man, ja soll man die Hörner zeigen, wenn Unrecht geschieht. Mit Wegschauen macht man sich mitschuldig. "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt", sagte Dorothee Sölle. Die Firmlinge können sich wehren. Ihre Kanten und Ecken sind während des Firmjahres vom Unti-Team nicht glattgebügelt worden.
Zum Dankeschön: Die Neugefirmten dankten allen Mitwirkenden mit einem riesigen Applaus und mit einem eindrücklichen Gebet. Es steckte viel Erkenntnis und Herzblut drin.
War das alles? Natürlich nicht. Es "passierte" viel mehr ... im Firmgottesdienst und während des Firmjahres. Über vieles ist bereits im Internet (www.kath-thun.ch St. Martin Aktuelles oder im Archiv) und im Pfarrblatt berichtet worden.
Dann ein Novum: Beim Verlassen der Kirche läuteten nochmals die Glocken. Es hörte sich festlich an und als wollten sie die Menschen für ihren Weg noch ermutigen und ein Stück begleiten. Mich, ein Freund von Kirchenglocken, dünkte es, als hörte ich klar die Stimme der 1580 kg schweren Dreifaltigkeitsglocke mit der hehren Inschrift "EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE" heraus. Möglicherweise hat sie den Besucherinnen und Besuchern einige Sätze aus dem Gebet von der Mutter Teresa auf dem Titelblatt des Liturgieheftchens in Erinnerung gerufen? z.B.:
- Das Leben ist eine Chance, nutze sie.
- Das Leben ist eine Herausforderung, stell dich ihr.
- Das Leben ist ein Kampf, kämpfe ihn.
- Das Leben ist ein Abenteuer, wage es.
- Das Leben ist Lieben, verteidige es.
Das Finale: Weil an beiden Tagen "Flugwetter" herrschte, liessen die Neugefirmten nach dem Gottesdienst im Hof Tauben fliegen. Es konnten keine Startschwierigkeiten vermerkt werden. Schnell gewannen sie an Höhe und entzogen sich so rasch den Blicken der Menschen. Wir alle blieben auf dem Boden und durften den zweiten Teil der Firmung bei wunderbaren Essen und schönen Geschenken feiern gehen.
Gesamt-Stimmung: von Anfang bis Ende "eifach schön".
Bilder der Firmung
Viele schöne Fotos sind zum Bestellen im Foyer von St. Martin bis zu den Sommerferien ausgestellt.
Fotos: Georg Englert
Photofant, Talackerstrasse 47, 3600 Thun
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