Weihnachten 2006 - Krippenspiel

Ort: weihnächtlich gestimmte Kirche St. Martin. Gitarrenmusik. Ein Engel verkündet die Botschaft: Heute soll erfüllet werden/ was des alten Bunds Propheten/heiss ersehnten, heiss er-flehten ... So begann das diesjährige Krippenspiel, und mit Schwung wurde in der Folge ge-zeigt, dass Jesus nicht einfach vom Himmel kam und mit eins gross war. Ja, auch Er wurde von einer Frau geboren, Er von der Mutter Maria. Die Szenen "Herbergsuche" und "Geburt im Stall" erinnerten uns auch diesmal an die unbegreifliche Erniedrigung und Armut Christi.

Bleiben wir noch einen Moment bei Jesus: Langsam wuchs Er auf, wurde erzogen; Er lernte, füllte sich mit Weisheit und festigte sich im Geiste (Lk 2,40 u. 52). Er fiel nicht auf, war nach in-nen gewandt, und als Er älter war, versteckte Er sich oft oder sagte "Meine Zeit ist noch nicht da" bzw. "Meine Stunde ist noch nicht gekommen" ( Joh 2,4 u.a.). Hier, scheint es, liegt der Schlüssel zum Rätsel von Christi Schweigen. Erst in der Mitte des Lebens, also ungefähr mit dreissig Jahren, war Er Christus und wirkte als Christus. Aber niemand zweifelt wohl ernst-haft daran, dass Christus von Anfang schon in Jesus war -- nur von aussen war Er "wie alle", innen aber wie keiner.

Kehren wir zurück zum Weihnachtsspiel: Hirtinnen und Hirten sowie die Drei Könige näherten sich nach langer und zum Teil mühsamer Reise ihrem Ziel, betraten den Stall und ver-beugten sich vor der Mutter Maria und dem neugeborenen Kind und überreichten Geschenke. Geistig müssen wir das so verstehen, dass mit der Geburt Jesus etwas Grosses in Fluss geraten ist. Aber vielleicht gingen dabei den Zuschauerinnen und dem Zuschauer noch andere Dinge durch den Kopf, z.B. dass wir die Welt nicht nur auf das reduzieren dürfen, was wir mit unse-ren fünf Sinnen wahrnehmen und mit dem Verstand erkennen, sondern, dass es noch eine andere Wirklichkeit gibt? "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" (Lk 4,4), passt da gut dazu.

Das Spiel war ein Aufsteller und rührte Hoffnung auf eine bessere Welt/Zukunft. Keinesfalls dürfen wir angesichts der vielen ungelösten Probleme resignieren und schweigen. Im dritten Evangelium können wir lesen: "Wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien" (Lk 19,40). Vergessen wir nicht: Menschenseelen lassen sich wie Kerzen anstecken von der einen brennenden, und sie können die Flamme weitergeben, jede einzelne wieder anderen ... Sobald ein Stern am Himmel aufblinkt, ist bald der ganze Himmel bestirnt ... Schlusslied: Nehmt die Botschaft, gebt sie weiter ...

Wir danken der Regie, den Schülerinnen und Schülern sowie den Weihnachtssingkindern, aber ebenso den zahlreichen Heinzelmännchen und vielen Feen für ihren vorbildlichen Einsatz. Belohnt wurden sie mit einem kräftigen Applaus. Ja ... und ist es nicht so, dass unser Pfarreileben ohne Adventsspiel um einiges ärmer wäre? Darum nochmals: Merci.

(Marcell Suter)
Engel bei den Hirten Besuch an der Krippe Die Könige werden vom Stern zur Krippe geführt Hirten besuchen die Krippe