Pfarreifasnacht vom 11. Februar 2006
"Misstöne" an der Pfarreifasnacht.
Ja, "Misstöne" gab es eine Menge während des Gottesdienstes und anschliessend auch in den Pfarreisälen, und zwar schon das fünfte Jahr in Folge. Sie stammten ausnahmslos von "unserer" Guggemusig Chatzeschwänz, die bei der Gestaltung des Gottesdienstes schlagkräftig mitwirkten. Die beschwingte Musik wurde von den vielen Besuchern sichtlich gerne gehört. Der Gottesdienst wurde aber nicht zu einem Konzert der Guggemusig, nicht im Geringsten, hatten doch Pfarrer Franz und Diakon Urs das Steuer jederzeit fest im Griff. Auch die Predigt war nicht ganz alltäglich, sang doch Diakon Urs solo alle Strophen des Liedes "Ich tanzte am Morgen" und die Besucher machten jeweils kräftig mit beim Refrain: "Tanzt drum, fragt nicht wohin, woher; ich bin der Meister des Tanzes, sagt ER, und ich führ euch alle, wo immer ihr kommt her, und ich führ euch alle zum Tanz" sagt ER." Man spürte: der Gottesdienst kam an; die Stimmung war prächtig. Anders gesagt: der Pfarrei St. Martin war sich der Zeichen der Zeit bewusst geworden und hat gehandelt. "Christ sein bedeutet das Recht, ein anderer zu werden", hat Dorothee Sölle einmal gesagt.
Und unsere Chatzeschwänz machten insofern alles klar, als sie unter der Leitung von Adrian Stähli offenbarten, dass sie sich problemlos der jeweiligen Situation anpassen konnten. Sie trugen damit bei, dass der Gottesdienst nicht eine unerwünschte Entwicklung nahm. Dass bei rassigen Rhythmen hier und dort Körper auf den Stühlen mitschwangen und man sich bei der Kommunion etwas lockerer als üblich nach vorne bewegte, darf niemandem angekreidet werden, waren es doch Zeichen des Mitgehens und der Lebensfreude. Der verborgene Gott war bestimmt trotzdem oder gerade deshalb mitten unter uns.
Darum verwunderte es nicht, dass die Besucher nach dem Gottesdienst erhobenen Kopfes und mit erwartungsvoll gestimmten Augen in die fasnächtlich dekorierten Pfarreisäle strömten. Die Küche bekam plötzlich alle Hände voll zu tun, meisterte die Aufgabe jedoch souverän: es dauerte nicht lange und Gross und Klein hatten einen gefüllten Teller vor sich. Ein Antrag um Aufnahme in das "Guinness-Buch der Rekorde"?
Darbietungen: Der "Hausmusiker" Charly sorgte während des ganzen Abends für ausgezeichnete Unterhaltung. Erwartungsgemäss schmissig wurde dann der Auftritt der Chatzeschwänz. Etwas später traten die bestens trainierten Schnitzelbänkler "Muulbeeri" und "Spottligth 2006" in Aktion, die in der Folge auch die allerletzten noch nach unten hängenden "Mulegge" nach oben bogen. Wie viele Stunden stiller und harter Aufbauarbeit gingen ihrem Auftritt voraus? Und bis zur Jurierung durchs Publikum zirkulierten fantasievoll maskierte Einzelpersonen oder Gruppen durch die Reihen der froh gestimmten Gesellschaft. Bei den Gruppen siegten die "Knorrlis" und bei den Einzelmasken die "Holländische Blumenfrau".
Es war ein schöner Anlass. Alles klappte gut. Die Aufräum-Equipe konnte Dank den vielen freiwilligen Helfern ihre Schürzen knapp vor dem ersten Tagesgrauen an den Nagel hängen und die Besen in die Ecke stellen. Also: "Bis nächscht Jahr."
(Marcell Suter)Bilder der Pfarreifasnacht
Fotos: Georg Englert
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