03.04.16

Zum Nachdenken - Ostern...

Ostern ist das Feiern des letzten Abendmahls, das Gebet am Ölberg, das Verhör und die damit verbundene Verurteilung, der Kreuzweg, der Tod am Kreuz, das Warten danach und die Begegnung mit dem Auferstanden, das Geschenk des Heiligen Geistes.

Dies alles feiern und erinnern wir uns. Alles ist darin enthalten. Unser ganzes Dasein.  Wie wichtig es doch ist, gemeinsam Mahl zu halten. Jesus tat es am Hohen Donnerstag. Er teilte sein Leben mit seinen Freunden.

Danach die Stille und das Gebet. Das Austauschen mit Gott, das Suchen und Ringen nach Wegen. Die Begegnung mit dem Du.

Der Kreuzweg, verbunden mit Leid und Pein. Geflohen sind sie, die Freunde. Allein und verlassen. Auch dies ist ein Teil unseres Lebens.

Nach dem Tod am Kreuz beginnt das Warten, das nicht Wissen, das Aushalten und letztlich Loslassen. Wie oft geschieht in unserem Leben nichts. Wir warten – warten jedoch passiv, indem wir trotzdem beim Wesentlichen verweilen sollen. Im Warten kann was Neues entstehen.

Dann die Auferstehung – neues, wunderbares, nicht erwartetes Leben. Freude – tiefe Freude, die alles Vorhergehende übersteigt.

Ist dies nicht unser Leben? Ich genoss es, in den letzten Tagen mit jungen Menschen und der ganzen Pfarrei unterwegs zu sein und all dies in mir ankommen zu lassen. Ich nehme diese Tage mit in das kommende Wegstück. Was es bringt, weiss ich noch nicht. Doch ich bin auf dem Weg mit dem einen Ziel, Christus noch mehr ankommen zu lassen in mir. So wie Maria von Magdala, möchte auch ich mich auf den Weg zum Grab machen. Ihn sehen, in seiner Nähe sein. Was mich erwartet, was es bringt und was es bedeutet, ist nicht entscheidend. Ich werde weinen, verzweifelt sein, fragen, nicht verstehen können. Und doch in all dem, so hoffe ich, von Zeit zu Zeit meinen Namen von IHM ausgesprochen zu hören. Vielleicht nur leise, doch hoffe ich, er wird mir begegnen. Ich darf ihn nicht festhalten und nur für mich beanspruchen. Das ist nicht mein Recht. Es geht immer um das Ganze. Ich möchte mich versuchen, in das Ganze hineinzugeben.

Eines der grössten Zeichen von Ostern ist für mich die Begegnung des Auferstanden mit unzähligen Menschen. Sie haben ihn verleugnet, verlassen und sind vor lauter Angst davongesprungen.

Wie ist Jesus ihnen begegnet? Göttlich – wunderbar – in grosser Barmherzigkeit. Kein Wort von Wut und Enttäuschen. Seine Worte waren einfach und klar. Der Friede sei mit euch! Das ist kein Mensch, der nach solchen Begebenheiten sich offenbart. Wahrhaft, das ist Gottes Sohn. Pure Barmherzigkeit und Liebe, die uns da entgegenkommt. Nehmen wir sie an. Lassen wir sie ankommen. Nicht einfach, weil sie unser Menschsein übersteigt, doch versuchen wir, einander in dieser Liebe zu begegnen. Sie möchte uns wandeln. Bereit machen, um dem Leben zu begegnen.
In der Osterfeier machten wir hier vorne mit den Jugendlichen ein lebendiges Kreuz. Jedes kam hervor, sprach, was Jesus in ihm bewirken soll und stellte sich ins Kreuz – in die Auferstehung.

- Jesu Dasein soll mich selbstbewusster und unabhäniger machen
- es soll mir helfen, die Liebe zu leben
- das Beste geben zu können
- immer wieder mit ihm in Kontakt zu sein
- keine Angst zu haben vor dem Tod
- Hoffnung auch in der Hoffnungslosigkeit leben zu dürfen
- Mut und Vertrauen weitergeben zu können
- den Frieden im Herzen zu leben.

Ein Mehr in Christus ist uns über die Tage begegnet. Nehmen wir es mit, und begegnen wir einander, weil wir mehr sind als nur Menschen, die miteinander unterwegs sind.

Am Kreuz hat Jesus dies auf eindrückliche Weise offenbart. «Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an, nahm sie der Jünger zu sich.»

Söhne, Töchter, Mütter und Väter füreinander sein. Seien wir es, weil er es für uns war. Übernehmen wir, so gut wir können, mit allem was wir haben, diese Verantwortung und seien wir für einander mehr. Wir sind diesem Mehr begegnet – dem Auferstanden.


Darum wollen wir mehr und sind wir mehr für einander.
Wir werden nie genügen – doch geben wir alles!
Töchter, Söhne, Mütter und Väter.
Du für mich und ich für dich.
Weil er es für uns war!

Der Friede sei mir dir!

                      Patrick Erni-Schmidiger
  Diakon/Gemeindeleiter
  Pfarrei St. Marien, Thun

 

,

Archiv

Kontakt / Info

Röm.-Kath. Kirchgemeinde Thun
Kapellenweg 7
3600 Thun
Telefon 033 225 03 50
E-Mail     Kontakt
Öffnungszeiten:
  • Montag, Freitag 08:00 - 11:30 / 14:00 - 17:00

Schnellzugriff

Das Wetter in Thun