19.10.15

Zum Nachdenken - Heute noch schnell...

  • die Kinder zur Schule bringen
  • die Arbeit ruft – Termine und Entscheidungen
  • Angst vor einer möglichen Entlassung
  • Angst vor dem nicht Genügen
  • einkaufen und kochen
  • Musikunterricht
  • Schulaufgaben
  • Zeitung lesen
  • Fernsehen – den Fussballmatch will man ja nicht verpassen
  • Computer
  • Ausflug planen
  • im Garten arbeiten
  • Beziehungen leben
  • körperliche Schmerzen und Leiden
  • und – und – und


Was haben Sie in der letzten Woche alles gemacht? Womit sind Sie zufrieden? Was ist Ihnen fast über den Kopf gewachsen? Hatten Sie Zeit für sich? Zeit, in die Tiefe vorzudringen und sich mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen?

 

Hatten Sie Zeit für Gott? Konnten Sie sich ihm öffnen? Im Markusevangelium 7,31-37 begegnet uns ein taubstummer Mann, der von seinen Freunden zu Jesus gebracht wurde. Er selber konnte diesen Weg nicht auf sich nehmen. Er war auf die Anderen angewiesen. Jesus nahm sich Zeit für diesen Mann, ganz bewusst, indem er ihn zur Seite nahm. Er begegnete ihm sehr intim, ja es fand eine geradezu persönliche Begegnung statt, in dem er seine Finger in die Ohren des Mannes legte und mit seinem Speichel dessen Mund berührte. Daraufhin schaute er zum Himmel und sprach: „Effata - öffne dich!“ Alles, was sich danach ereignete, ist ganz selbstverständlich.

Doch dieses Öffnen - „öffne dich – mach dich auf – strecke dich nach dem Schöpfer des Lebens aus“ - dieses Öffnen will gelebt und umgesetzt werden und zwar in all seinen Facetten.
Taube Ohren und blinde Augen sind im Neuen Testament nicht bloss körperliche Behinderungen, sondern Symbole für den verschlossenen Menschen. Verschlossen sind wir ja immer wieder. Verschlossen gegenüber mir selber, meiner Frau, dem Nächsten und dem, was ich eigentlich tun sollte.
 

Darum ist auch in der Taufe dieser besondere Ritus enthalten. Der Taufspender berührt die Ohren und den Mund und spricht zum gesunden Kind: „Effata – öffne dich!“ Es soll fähig sein, offen und aufnahmefähig, die Liebe Gottes, die Botschaft Jesu und den Ruf des Heiligen Geistes zu empfangen. Tief im Herzen soll dieses Geheimnis für immer verankert sein und von den Menschen im Verlaufe des Lebens an die Öffentlichkeit gebracht werden. Wir alle, Eltern, Grosseltern, Onkel, Tanten, Bekannte haben die Aufgabe, im alltäglichen Leben die Kinder darin zu begleiten. Eine nicht immer einfache Aufgabe. Doch eine Aufgabe, die dem Kind einen besonderen Boden unter seine Füsse gibt. Ein Fundament, das nicht von dieser Welt ist. Sicher, tragend, schützend und begleitend durch alle Mühen dieser Welt.
 

Aus dem Buch „Das geborgene Kind – Zuversicht geben in einer unruhigen Welt“
habe ich vier Prinzipien für mich verinnerlicht und versuche danach zu leben:


1. Prinzip à Verbringen Sie viel Zeit miteinander.
2. Prinzip à Helfen Sie dem Kind, seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
3. Prinzip à Beruhigen Sie das Kind ehrlich und echt.
4. Prinzip à Spenden und Hilfsmassnahmen für andere Menschen in Bedrängnis.


Diese vier Prinzipien können dem Kind vieles erleichtern, wenn es heisst „Älter werden – Verantwortung übernehmen – Zukunft gestalten“. Setzen wir uns gemeinsam mit unseren Kindern, Grosskindern und allen, die uns anvertraut sind, dafür ein, dass wir lernen dürfen, in die Tiefe zu gelangen, Gott zu begegnen und für eine bessere Welt einzustehen.
Es lohnt sich mit Sicherheit, sich diesem Gott gegenüber zu öffnen!

Warum?

  • Weil er, so glaube ich, und nur er dem Menschen tiefen Frieden schenken kann.
  • Weil er eine Lösung ist über den Tod hinaus.
  • Weil er unsere Augen öffnen will für die Armen, Schwachen und Unterdrückten.
  • Weil er durch uns Wunder bewirken möchte.
    Weil er der beste Freund auf der Welt ist und uns nie und nimmer alleine lässt.
  • Weil er uns die Kraft gibt, schwere Zeiten durchzustehen.


Die Entscheidung liegt nicht bei ihm. Denn seine Liebe lebt bereits in uns. Wir sind es, die immer wieder gerufen werden. Hören wir die Stimme Gottes: „Effata - öffne dich!“ Brechen wir auf, von neuem, damit wir diesem Geheimnis auf die Spur gelangen, dem Geheimnis Gottes. Effata – öffne dich!
 

                                           Patrick Erni-Schmidiger
                                           Gemeindeleiter St. Marien, Thun

Archiv

Kontakt / Info

Röm.-Kath. Kirchgemeinde Thun
Kapellenweg 7
3600 Thun
Telefon 033 225 03 50
E-Mail     Kontakt
Öffnungszeiten:
  • Montag, Freitag 08:00 - 11:30 / 14:00 - 17:00

Schnellzugriff

Das Wetter in Thun