08.12.14

Zum Nachdenken - Zwei Aphorismen

Die folgenden zwei Aphorismen entstammen dem Buch „Escolios a un texto implícito“ des Autors Nicolás Gómez Dávila (1913-1994). Es sind Aphorismen, die ein kurzes, manchmal grelles Licht, auf etwas werfen, ohne Vollständigkeit oder Ausgewogenheit zu erstreben. Sie sollen einfach zum Denken anregen.
 
El que cree en Cristo, porque admira sus palabras o sus obras, no es cristiano.
El cristiano no cree en Cristo porque Cristo predique valores previamente admirados, llama valores, al contrario, lo que Cristo predica, porque cree en Cristo.
El cristianismo no aplica un criterio a Cristo, sino aplica a Cristo como criterio.
El cristianismo es un método específico de fundar el valor
 
Der, der an Christus glaubt, weil er seine Worte oder seine Taten bewundert, ist kein Christ.
Der Christ glaubt nicht an Christus weil Christus Werte predigt, die zuvor schon bewundert wurden, sondern im Gegenteil, gerade weil er an Christus glaubte, nennt er das, was Christus predigt Werte.
Das Christentum tritt nicht mit Kriterien an Christus heran, sondern verwendet Christus als Kriterium.
Das Christentum ist eine bestimmte Methode Wert zu begründen.
 
La proposición científica presenta una alternativa abrupta: entenderla o no entenderla. La proposición filosófica, en cambio, es susceptible de intelección creciente. La proposición religiosa, en fin, es ascenso vertical que permite observar el mismo paisaje desde alturas distintas.
La ciencia contrapone ignorantes a sabios. La filosofía escalona discípulos y maestros. Para el cristianismo, finalmente, lo que cree la beata no difiere de lo que cree el santo.
El único recinto donde podemos compartir opiniones, sin sentirnos humillados, es una iglesia.
 
Die wissenschaftliche Aussage sorgt für eine ganz klare Alternative: sie wird verstanden oder nicht verstanden. Die philosophische Aussage, im Unterschied dazu, lässt ein wachsendes Verstehen zu. Die religiöse Aussage, schliesslich, ist ein vertikaler Aufstieg, der es erlaubt die gleiche Landschaft aus unterschiedlicher Höhe zu betrachten.
Die Wissenschaft stellt Wissende und Unwissende einander gegenüber. Die Philosophie stuft zwischen Schülern und Meistern. Für das Christentum schliesslich gilt, dass das, was die Selige glaubt sich nicht unterscheidet von dem, was der Heilige glaubt.
Der einzige Ort, wo wir Meinungen austauschen können, ohne uns unterlegen/gedemütigt zu fühlen, ist eine Kirche.

 

Die Übersetzung stammt von mir, das Original soll ermöglichen selbst eine Übersetzung zu machen oder meine zu korrigieren oder zu ergänzen.

 

                                                                      Kurt Schweiss, Pfarrer St. Martin

 


 

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