Senioren-Ferien 2008 in Les Rasse

Seniorenwanderung Les Rasses

Am Samstag, 28. Juni pünktlich um 9 Uhr verlässt der NOVABUS aus der Waadtländer Ferienregion mit einer Schar Senioren und Seniorinnen den Besammlungsort bei der St. Martinkirche. Die Gruppe ist wohlgelaunt und erwartungsvoll, denn wer kennt schon "Le Balcon du Jura", wohin die Reise führt? Wieviel Arbeit, Ueberlegungen, Schreibereien und Herzblut erfordert es von den Organisatoren, bis eine solche Ferienwoche zustande kommt! Wenn das Sprichwort "Die Nacht ist die Mutter der guten Räte" stimmt, muss angenommen werden, dass Hugo und Bert Wiederkehr manche schlaflose Nacht erlebten, um all die guten Ideen, die umgesetzt wurden, zu empfangen.

Wanderschuhe belasten das Gepäck erheblich, was Volumen und Gewicht betrifft. Kein Problem, wir ziehen sie bereits für die Reise an. Bei der Vue des Alpes verlassen die Wanderfreudigen den Car und erreichen über Alpweiden die "Tête de Ran" (1422 m.ü.M.), wo sie von den "Fahrenden" später fröhlich begrüsst werden. Nach dem gesunden und bekömmlichen Mittagessen kann die Reise fortgesetzt werden. Unser Ferienziel, das Grand Hotel Résidence in Les Rasses, befindet sich an allerschönster Lage mit einer nicht zu überbietenden Aussicht auf Yverdon und die Alpenkette. Man sieht den Mont Blanc, aber auch den Mönch und den Eiger und alle dazwischenliegenden Gipfel, wie immer sie auch heissen mögen. Das Panorama ist umwerfend, in wohltuender Distanz.

Am Sonntagmorgen werden wir nach Ste.Croix gefahren. Zur Freude und Ueberraschung aller begrüsst uns vor der Kirche Herr Pfarrer Franz Scherer von St. Martin, um mit uns den Sonntagsgottesdienst zu feiern und sich für die ganze Woche dem Begleiterteam anzuschliessen. Nach dem Mittagessen ist der Besuch des interessanten Museums CIMA mit Führung eingeplant, wo es Musikdosen und Musikautomaten zu bewundern gibt. Ste.Croix war einst die Metropole der Musikdosen-Herstellung. Während der Blütezeit zählte der Ort etwa 11'000 Einwohner, heute ungefähr noch 4'000. Wie schade, dass keine Nische für eine andere Produktion gefunden wurde, um die Entvölkerung zu bremsen.

Seniorenwanderung Les Rasses

Wer kennt le Creux-du-Van, die natürliche "Felsarena", die das Tal der Areuse abschliesst? Der Ausflug ist so geplant, dass die Maxi-, die Mini- und die Nichtwanderer auf ihre Rechnung kommen. In der Ferme du Soliat (1463 m.ü.M.) gibt es ein währschaftes Mittagessen "Jambon gratin", serviert von einer jungen, hübschen, aufgestellten Wirtin. Da das Wetter strahlend ist, kann es draussen (nicht wie vorgesehen in einem ehemaligen Stall) eingenommen werden.

Das Ziel des folgenden Tages ist der Chasseron (1607 m.ü.M.). die Maxi-Wanderer verlassen das Hotel zu Fuss, die Miniwanderer werden bis zur Waldgrenze, die Nichtwanderer noch weiter hinaufgefahren. Das tönt so einfach, verursachte aber den Organisatoren gewiss viel Kopfzerbrechen wegen der Koordination, denn das Mittagessen wird wie immer gemeinsam eingenommen. Beim sanften Aufstieg unter der kundigen Führung von Erwin Greber kann man seine Kenntnisse der Alpenflora repertieren. Einige von uns beglückt auch der Anblick von Steinwild in freier Natur. Auf dem Balcon du Jura gibt es mehrere Kraftorte, z.B. den "Stein des Friedens" unterhalb des Gipfels des Chasseron. Ob man etwas von der Kreuzung geomantischer Streifen, von einer erhöhten Anzahl von Boviseinheiten, die Energie vermitteln, hält oder nicht, ist einerlei. Auf dem Stein des Friedens sind die Symbole der wichtigsten Weltreligionen eingemeisselt, und diese Tatsache lässt hoffen, dass eines Tages die Menschen aller Religionen im Frieden nebeneinander leben werden.

Der ganze Mittwoch steht zur freien Verfügung. Jeder, jede kann unternehmen, was das Herz begehrt. Lesen, schwimmen im hoteleigenen Hallenbad, faulenzen, die Aussicht geniessen oder einen Ausflug auf eigene Faust unternehmen. Abends treffen sich alle zum Nachtessen, das, wie die übrigen Tage, Spitze ist. In der Nacht auf Donnerstag entlädt sich ein gewaltiges Gewitter und anderntags ist es regnerisch. Per Bus fahren wir an den Lac de Joux und wer will, wandert von Le Pont auf einem Uferpfad dem See entlang, wo der Car die Wanderer wieder aufnimmt und nach Le Rocheray zum Mittagessen führt.

In der Nähe von Vallorbe befindet sich der Jurapark, wo seit 1987 Bisons leben. Seit 2001 werden dort auch Braunbären und Wölfe in einem gemeinsamen riesigen Naturgehege gehalten, was den Laien in Staunen versetzt.

Am Freitag ist das Wetter erneut strahlend und ideal für eine Wanderung nach Mauborget. Wer hatte schon einmal Gelegenheit zuzuschauen, wie sich Gleitschirmflieger und Deltasegler für ihre lautlosen Flüge in die Lüfte vorbereiten? Es brauchte ein ausserordentliches Gespür von den Organisatoren, diesen Ort, wo zudem ein gutes Mittagessen serviert wird, ausfindig zu machen.

Seniorenwanderung Les Rasses

Wie schnell naht das Ende schöner Ferientag, die nur Höhenpunkte boten. Auf der Heimreise wird nicht nur gefahren, sonder von Croy nach Romainmôtier gewandert.

Wohlbehalten treffen wir zur vorgesehen Zeit in Thun ein, erfüllt von Freude und Dankbarkeit, dass wir miteinander eine unvergessliche Woche erleben durften.

Den Ehepaaren Wiederkehr und Greber sowie Herrn Pfarrer Scherer gebührt unser inniger Dank. Diese Woche hätte unmöglich besser oder liebevoller geplant und durchgeführt werden könne,

MERCI BEAUCOUP!!!

Gilgia Oesch

Impressionen des Seniorenausflugs

Fotos Erwin Greber