Glücklich, die im Herzen Gott schauen wollen

Zwischen Ostern und Pfingsten haben wir unsere Erwartungen an den Frühling und wir hoffen, dass das Leben seinen guten Lauf läuft.

Maria an der Fassade St. Marien Thun

Im Monat Mai steht in der Kirchenagenda Maria praktisch bei allen auf dem obersten Potest.
Maria in St. Martin Thun Wir haben für Maria viele Titel, die alles übersteigen wie: die Mutter Gottes, die Schwester im Glauben, "Unsere liebe Frau - Notre Dame", Nothelferin und Freundin der Menschen, Meeresstern, Himmelskönigin, milde Herrscherin, ... und diese Namen und Titel werden durch die vielen Bilder und Gedichte, Lieder und Melodien, Gebete und Bauten noch einmal überhöht. Alles zusammen bildet eine immense Summe von Glaubensgut und Tradition. Wir sind im Monat Mai herzlich eingeladen, etwas aus diesem Gut aufzunehmen, neu kennen zu lernen oder wieder zu vertiefen, damit das Vertrauen zu Gott und zum Zusammenleben weiterwachsen kann.

Die mit Blumen und Kerzen geschmückten Mariennischen in unseren Kirchen helfen uns zusätzlich, das Recht zu nehmen, unserer Seele den Atem Gottes zu schenken. Wir sind durch und durch tätig und an vielen Orten sichtbar und genau das will Gott uns auch schenken. Die speziell eingerichteten Orte in den Kirchen sind nicht nur für Gott gedacht, sondern in erster Linie auch für uns, damit wir Gott und unser Leben, unsere Beziehungen zueinander und zu Gott meditieren und uns durch Gottes Wort, Licht, Stimme und Schönheit ansprechen lassen.
Maria in der Kapelle St. Marien in Thun Was Maria empfangen hat, dürfen auch wir empfangen: Gottes Gnade. Gottes Gnade als spürbare Hilfe in Not und Verzweiflung, in Prüfungen oder im Glück. Wir möchten in uns sicher werden, dass, wenn nicht all unsere Wünsche in Erfüllung gehen, doch Gottes Verheissung sich erfüllt. Gönnen wir uns Zeit und Raum, um im Gebet die besondere Gnade Gottes, die uns Gott in unserer Lebenslage schenkt, ankommen zu lassen, damit in unserer Seele Gottes Feuer und Liebe brennen kann oder sich wieder entfachen lässt.
Schenken wir unserer Berufung die göttliche Menschenfreundlichkeit.
Freuen wir uns sehr, dass die Marienverehrung schon lange nicht mehr einfach eine römisch-katholische Angelegenheit ist, sondern, dass das Feuer und der Reichtum auch auf die reformierte Kirche hinübergegangen sind. Der reformierte Theologe, Seelsorger und Friedensnobelpreisträger Frère Roger schrieb, dass er jedem Menschen, der dem "Christus der Gemeinschaft" nachfolgen und ihm das Ja einer Katholizität des Herzens sagen möchte, das folgende Gebet nahe legt:

Maria in der Kirche St. Marien Thun

"O Gott, ich lobe dich
Für die unzähligen Frauen,
Männer, Jugendlichen und Kinder,
die überall auf der Erde Wege suchen,
Zeugen des Vertrauens
Und der Versöhnung zu sein.
Gib, dass ich mich in der Folge
Der heiligen Zeugen Christi aller Zeiten,
seit Maria und den Aposteln bis heute,
Tag für Tag innerlich bereitmache,
mit Jesus zu beten
und dem Geheimnis des Glaubens
Vertrauen zu schenken."

Wir wünschen allen Gottes Segen und eine frohe und tragende Gemeinschaft über die Festtag Auffahrt und Pfingsten und durch den ganzen Monat Mai.

Im Namen der Seelsorgeteams St. Martin und St. Marien
Urs Zimmermann-Suter, Diakon