Nehmet und esset, das ist mein Leib ...
Unzählige Menschen arbeiten bis zum Umfallen,
ohne dass sie die Frucht ihrer Arbeit je sehen.
Wenn das tägliche Brot nur der tägliche Hunger bleibt, dann trifft es auch uns hart und wir sind in unserer Spiritualität für unser Zusammenleben gefordert.
Hunger und Durst kann vor Gerechtigkeit kommen.
Viele hungern und dursten nach Gerechtigkeit, damit nicht mehr so viele Menschen täglich an Hunger und Durst leiden müssen.
Die Bibel stellt das Grundproblem der Armut und damit des Hungers in den Rahmen von Arm und Reich. Dieses Problem wird von Jesus Christus auf den Punkt einer Entscheidungsfrage zugespitzt: Gott oder Mammon.
"Mammon" steht für die Akkumulation für einige wenige Reiche. Das ist die letzte biblische Zuspitzung der Aussage, dass einige Wenige mehr als die grosse Mehrheit hamstern. Dafür stehen mehrere Sündenmuster bereit: sinnlose Anhäufung von Gütern, finanzielle Spekulation, Grossgrundbesitz, systemischer Raub des Eigentums an Boden, hohe Zinsen.
Im Vaterunser hat die Bitte um das tägliche Brot zentrale Bedeutung. Dieser so einfach klingende Satz stiftet Solidarität, es geht um unser Brot. Dieses Gebet um das tägliche Brot verlangt deshalb auch den vollen Einsatz für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung, denn ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden.
Biblisch betrachtet, bedeutet Brot Leben, und zwar das Leben der Hungernden.
Arm sind diejenigen, die strukturell um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden.
Nicht nur geistliche Nahrung ist gemeint mit "Nehmt und esst, das ist mein Leib" (Mt 26, 26).
"Nehmt und esst, das ist mein Leib" verweist darauf, dass Jesus alles gegeben hat, damit alle Menschen leben können.
Das Zeugnis der Bibel ist eindeutig:
Gott steht auf der Seite der Armen.
Wer sich an ihnen vergeht,
indem er an ihrer Not schuld ist oder sie darin belässt,
hat den lebendigen Gott gegen sich.
Wir wünschen Ihnen eine gesegnete und erbauende Fastenzeit.
Für die Seelsorgeteams St. Marien und St. MartinUrs Zimmermann-Suter, Diakon
Weitere Informationen und Texte finden sie unter www.fastenopfer.ch
Röm.-Kath. Kirchgemeinde Thun, Kapellenweg 7, 3600 Thun, Tel. 033 225 03 53, Fax 033 225 03 63
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