Unsere Bäume

Traurig waren viele unserer Kirchgängerinnen und Kirchgänger, als sie feststellen mussten, dass von den beiden stämmigen Bäumen halb unten am Kapellenweg seit den Dezembertagen leider nur noch ein kläglicher Stumpf zu sehen ist. Sie waren krank und morsch, die vielleicht über 150 Jahre alten Linden, sie wurden zu gefährlich für die Passanten. Es ging leider nicht anders, sie mussten den Zähnen der Säge weichen - und doch, wir vermissen sie, die beiden. Die eine war etwas schmäler, höher, stolz in die Höhe ragend, die andere rund und breit ausladend, - wie zwei rüstige Betagte, wie Mann und Frau, wie ein klassisches Ehepaar standen sie jahraus, jahrein mit, und jetzt wieder ohne Blätterpracht unverrückbar an ihrem Platz und manchmal war es, als könnten wir sie noch viele Geschichten erzählen hören vom Thun des 19. und 20 Jahrhunderts, die nur noch sie kennen, und sicher im besonderen von den vielen Kirchgängern, die seit über hundert Jahren den Weg zuerst in die neugotische Kapelle und später dann in die grössere Marienkirche fanden.. Zwei Urbedürfnisse haben sie uns vorgelebt, ohne die wir Menschen keine Menschen sein könnten - das Bedürfnis nach Luft, Höhe, Weite und das Bedürfnis nach Verwurzelung, Tiefe, Quellen.

Peter Spinatsch

Steh'n im Winterlicht zwei Bäume,
starr gleichgültig kahl untröstlich.

Hören sie den Sturm sich nähern,
schliesst der eine Augen, Ohren,
wird in seinem Traum zur Schwalbe.

Treibt der andere seine Wurzeln
tiefer noch ins Erdreichdunkel

zu noch tieferen Wasserströmen.

Huub Oosterhuis
Die drei Linden bei der Kirche St. Marien
Verkauf Fastenkreuz

Aus dem Holz der gefällten Linden hat unser Pfarreimitglied und Holzbildhauer Leo Frei so genannte "Fastenkreuze" entworfen und hergestellt (Kombination aus Lindenholz und Plexiglas), dies in Anlehnung an das Signet des Hilfswerkes "Fastenopfer" (Bild im Pfarrblatt 09 2006).Nach den Sonntagsgottesdiensten und im Pfarramt St.Marien sind die je einzeln angefertigten Fastenkreuze zum Preis von Fr. 20.- erhältlich (der Erlös geht je zur Hälfte an den Künstler und an das Fastenopfer). "Fasten" bedeutet im christlichen Sinne jene Einschränkung in wichtigen Dingen des Lebens, die frei macht zum Teilen mit Andern, die Not leiden und uns brauchen.