Gedanken im Advent 2006 in Thun
Die vielen Schaufenster sind mit funkelnden und glitzernden Dekors schön geschmückt.
Ideen mit den Bildern aus der Bibel, der Heiligenverehrung, der Legendenliteratur und des Himmels wurden kunstvoll und mit viel Hingabe umgesetzt.
Viele Menschen, die professionell die heiligen Zeiten wie Advent und Weihnacht umsetzen, machen sich tiefe und gute Gedanken. Es werden nicht einfach Sterne, Könige, Krippen, Kugeln, und Lichter aufgemacht oder hingestellt, um Kundschaft zu werben, sondern es sind Überlieferungen und Botschaften und Glaubensgüter, die ebenfalls mitverkündet werden.
Nun, gratis ist diese Arbeit nicht. Irgendjemand muss das wollen, befehlen und zahlen. Offenbar ist nun jener Punkt in Thun erreicht worden, wo sich das Privatinteresse an der Öffentlichkeit zu messen beginnt. Der Öffentlichkeit will ein Bekenntnis abgerungen werden: "Wollt ihr eine weihnächtlich beleuchtete Innenstadt oder nicht? Was ist euch der Advents- und Weihnachtsglanz wert?"
Das sind wichtige Fragen. Immerhin geht es um Weihnachten, die Heilige Zeit, die viele Menschen nur noch verschwommen wahrnehmen. Glauben die Menschen ernsthaft, dass Gott Mensch wurde und uns so unser Menschsein füreinander aufgewertet hat? Geht Weihnachten verloren, wenn die Stadt etwas dunkler wird? Werden wir das Wesentliche im Advent und in der Weihnachtszeit nicht mehr sehen, wenn es weniger funkelt und glitzert?
Advent und Weihnachten bedeutet so viel und ist Nahrung und Chance für ein Zusammenleben, für Arbeit und Überraschung, für Liebe und Frieden.
"Das eine tun und das andere nicht lassen", denke ich mir. Wenn sich unsere Stadt hell und freundlich in dieser Zeit sich präsentiert, dann sollen es die Menschen in erster Linie auch versuchen.
Wer nach der elektrischen und finanziellen Quelle für die Weihnachtszeit suchen muss, wird sich sehr wohl auch mit der Botschaft befassen müssen, warum diese Beleuchtung Sinn macht.
Sinnige Ideen wären: Lichterketten sollen leuchten für mehr Miteinander, für mehr Mitgefühl, für bessere Orientierung, für mehr Menschlichkeit, für verbindende Kraft von Mensch zu Mensch und Generation zu Generation.
Adventslichter, ob elektrische Sterne, ob von Kindern bemalte Laternen, ob die AI-Kerze am Tag der Menschenrechte, am 10. Dez., ob eine Million Caritas Kerzen am 16. Dez. …,
wir brauchen einen tiefen Hintergrund wie die Liebe, wenn wir in der Advent- und Weihnachtszeit Licht zeigen wollen. Ohne den Hintergrund der Liebe wird es schnell dunkel.
Gott wurde Mensch und will es in uns jedes Jahr neu zulassen, damit auch wir Menschen sein dürfen, Menschen für Menschen, ohne Unterschied, nur aus dem Hintergrund "Licht der Liebe".
Schenken Sie sich ein wertvolles Geschenk wie etwas Zeit für, … für Hintergrundsgedanken, damit Advent und Weihnachten
Gott, die Zeit ist ein Geschenk und für uns Leben jetzt.
Zeit und Leben fliessen aus deiner Quelle uns zu.
Zeit ist wiederkehrend, aber immer anders,
wie Weihnachten und Ostern und Geburtstage
und jeder Alltag und jeder Versuch für Frieden und Güte.
Zeit lässt du Gott zu.
Du hebst sie nicht auf, sondern du erfüllst sie.
Was du verheissen hast, erfüllst du
und wir dürfen Anteil an deiner Zeit und Güte haben.
Gott ich habe Zeit.
Ich habe meine Zeit für mich,
alle Zeit, die du mir gibst,
die Jahre meines Lebens,
die Tage meiner Jahre,
die Stunden meiner Tage,
sie gehören alle mir.
An mir ist es, in der Zeit mein Leben zu erfüllen,
für dich und für meine Mitmenschen.
Sei mir Hilfe, Licht und Quelle des Friedens und der Liebe.
Wir wünschen Ihnen eine gute und gesegnete Adventszeit.
Im Namen der Seelsorgeteams St. Marien und St. MartinUrs Zimmermann-Suter, Diakon
Röm.-Kath. Kirchgemeinde Thun, Kapellenweg 7, 3600 Thun, Tel. 033 225 03 53, Fax 033 225 03 63
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