Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten

Ölbild in Blau und Orange; Sonne/Himmel mit überschlagenden Wolken/Wellen

Die Tage vor Christi Himmelfahrt werden seit alters her als Bitt-Tage bezeichnet. Ursprünglich waren sie dem Gebet für das Gedeihen der Feldfrüchte gewidmet. Die ländliche Bevölkerung wusste noch unmittelbarer als wir heute, wie sehr sie darauf angewiesen war, dass alles was gesät wurde, was in der Erde keimte und sprosste und zu Früchten wurde, unmittelbar über Sattsein oder Hunger entschied. So wurden in den Bittprozessionen die Felder und Wiesen, dem Segen Gottes anvertraut und im Umgang um die Felder darum gebetet, dass Saat und Ernte vor Dürre, Frost und Hagel verschont bleiben mögen.

Die Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ist demgegenüber die Zeit der Bitte um den Heiligen Geist Gottes. Um Gottes Geist beten heisst, auf die Lebenskraft zu hoffen, die Jesus den Seinen versprochen hat: Lebenskraft für die Gemeinschaft im Glauben, aber auch für die Ordnung der Kirche und der Welt. Besonders dieses Jahr, wo das Pontifikat von Johannes Paul II. zu Ende ging und jenes von Benedikt XVI beginnt, wollen auch wir in der Pfingst-Novene darum bitten, dass sich die Kirche als jene Instanz erweist, die sich darum bemüht, Stimme derer zu sein, die in ihrem Leben eingeengt sind, sei es, weil ihnen der Zugang zum Lebensnotwendigen erschwert ist, oder, weil ihnen die Mittel fehlen, um ein menschenwürdiges Dasein zu führen.

So verbinden sich die so genannten "Bitt-Tage", die Tage vor Christi Himmelfahrt mit jenen der "Pfingst-Novene" zwischen Himmelfahrt und Pfingsten zu einer Zeit, in der wir besonders eingeladen sind, uns am zarten neuen Leben des Frühlings zu freuen und aus dieser Freude achtsam zu sein für das gemeinsame Leben in Kirche und Welt für alle.

Franz Scherer

Wir sind die Empfangenden, wenn wir uns öffnen und WAHRHAFT GOTT SUCHEN

Benediktusregel 58,7