Gedanken zum Hochwasser

Es gibt eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen (Kohelet 3,4)

Wenn die Tränen fliessen wie der unaufhörliche Regen vom Himmel
Wenn der Körper seine Kräfte und
die Seele ihre Gefühle nicht zurückhalten können,
dann können Tränen der Freude und Tränen der Trauer und des Schmerzens fliessen.

Die Wasserfluten sind wieder gestiegen.
Das Undenkbare kam schneller.
Aber gerade wegen diesen Erfahrung bleibt und wirkt in uns die Segenskraft.

Hochwasserstand Thun bei der Sinnebrücke

Wir sind trotz dem Schaden nicht allein gelassen.
Wir finden füreinander die guten Worte.
Wir spenden und empfangen die helfende Hand
die können füreinander die treue Kraft an der Seite sein
und die offenbarende Liebe im aufrichtigen Mitgefühl
und in der Solidarität zum Mitmenschen.

So machen wir es immer wieder:
Die Wunden des Leides und der Zerstörung sehen und annehmen.
Den Schmerz des Verlustes herausweinen und Trost empfangen.
Die Kreativität in der Schaffenskraft vieler guter Menschen aufnehmen.
Die immerwährenden Wegweiser des Lebens neu beachten lernen:

Wir sind gesegnete Menschen
können in guten und in schweren Zeiten einander beistehen und
empfangen Hoffung, Ausdauer und Zuversicht im Atmen
und können gemeinsam achtsam durchtragen,
was uns auferlegt wird, denn, ...

es gibt auch in Zukunft eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen
und manchmal durchmischt sich alles im gleichen Augenblick.

Ich wünsche im Namen unserer Teams allen Geduld und Ausdauer
allen Notleidenden Trost und Kraft und
allen Helfenden und Solidarischen die gute Gesinnung in Wort und Tat.

Wir empfinden mit der Bevölkerung und wir empfinden mit allen,
dass uns Gottes Segen trotz all dieser Katastrophen zu allen Zeiten verheissen ist.

Hochwasserstand Thun bei der Sinnebrücke Richtung Mühleplatz gesehen
Für St. Martin und St. Marien
Urs Zimmermann, Diakon